Architekturschätze Usbekistans, 8 Tage - ab/bis Frankfurt

Frankfurt - Taschkent - Samarkand - Bukhara - Urganch - Chiwa (Khiva) - Taschkent - Frankfurt

    Kurzversion

    Tag 01 :

    Montag, Donnerstag, (ab April ist auch Samstag geplant)    Frankfurt - Taschkent   HY 232  11.40/20.40 Uhr.

    Ankunft am Flughafen Taschkent. Transfer zum Hotel. Übernachtung in Taschkent.

    Tag 02 :

    Morgens Besichtigung in der Altstadt von Taschkent. Die heutige Altstadt breitet sich um die Metrostation "Chorsu" aus. Zwischen breiten Straßen sind die alten, langsam zerfallenden Lehmhäuser zu sehen. An der Metrostation "Chorsu" liegt auch der Taschkenter Basar. Einige sakrale Gebäude befinden sich nördlich des Basars an der Zarkaynar ko'chasi. Das älteste stammt aus dem 16. Jahrhundert, und in seinem Inneren ruht der im Jahre 926 verstorbene Verfechter des Islams in Taschkent, Abu Bakra Kaffal Shashi. Das schlichte Backsteinmauerwerk mit einer kleinen Kuppel wirkt unauffällig, obwohl die stellenweise an Mauern erhaltene Majolikareste und Mosaike davon zeugen, daß das Mausoleum einst ornamentiert war. Direkt in der Nähe befindet sich die:
    MEDRESE BARAK CHAN. Die Medrese wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts vom Kokander Chan Barak, aus dem Geschlecht der Schaibaniden, errichtet. Der Grundriß ist herkömmlich: ein rechteckiger Hof, auf den die Türen von 30 Wohnzellen sowie der Hörsäle führten. Heute hat hier die geistliche Verwaltung der Moslems von Mittelasien und Kasachstan ihren Sitz. In der Nähe liegt die islamische Hochschule Imam al Buchari, an der man studieren kann, wenn man das siebenjährige Studium an der Medrese abgeschlossen hat. Weiter geht es zum Basar, direkt dort liegt die:
    MEDRESE KUKELDASH: Die Medrese wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Mit indischen Bauarbeitern baute der grausame und mächtige Wesir Kukeldash 38 Wohnzellen, nur zwei Meter lang und und breit. Sie hatten keine Möbel, und in einer lebten zwei bis drei Schüler. Durch die verschiedenen Erdbeben hat die Medrese Schaden genommen, nur noch eins der ursprünglich zwei Stockwerke sind erhalten. Mittagessen in Taschkent. Anschließend Weiterreise nach Samarkand. Abendessen und Übernachtung in Samarkand.

    Tag 03 :

    Ganztägige Besichtigungen in Samarkand.
    GUR EMIR: Gur Emir, übersetzt heißt es das Grab des Gebieters, wurde Ende des 14. bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts als Grabstätte der Timuriden errichtet. Auf Timurs Befehl wurde es für seinen geliebten Enkel Muhammed Sultan, der unerwartet 1403 starb, projektiert. Vorher hatte Muhammed Sultan in unmittelbarer Nachbarschaft eine Medrese und eine Chanaka, die Herberge für Derwische, errichtet. Über dem eigentlichen Grabmal erhebt sich ein Tambour, auf dem eine langgezogene gerippte Kuppel ruht, die zum Himmel strebt, als "löse sie sich von den irdischen Sorgen und der Welt der Eitelkeit." Die Kuppel aus farbigen Schmelzziegeln wirkt von weitem blau.
    SHAHI-ZINDA NEKROPOLE: Südlich von Afrosiyob befindet sich die eindrucksvolle Nekropole Shohizinda. Von Norden nach Süden sind an einem engen, siebzig Meter langen Korridor sechszehn Gebäude, Mausoleen und Moscheen angeordnet. Wegen des vielfältigen, intensiven und märchenhaften Dekors könnte man der Komplex "Majolikafreilichmuseum" nennen. Das Leitmotiv, schon auf dem Eingangsportal zu beobachten, sind Blumen und Sterne - das sogenannte Samarkander Ornament. Die Nekropole entstand neben der hier vermuteten Grabstätte Qussam ibn Abbos, dem Cousin der Propheten Mohammeds. Er wird in den Legenden als der "lebendige Herrscher", also "Shahizinda" bezeichnet.
    BIBI XANOM MOSCHEE: In unmittelbarer Nähe des Basars - wegen ihrer Größe nicht zu übersehen - steht die Bibi Xanom Moschee (auch Bibi Quanim oder Xanim). Nach seinem erfolgreichen Feldzug nach Indien wollte Timur - wohl vor allem um seine unbegrenzten technischen und finanziellen Möglichkeiten zu demonstrieren - die damals großartigste Moschee der östlichen Welt bauen lassen. Er (zwangs-)verpflichtete die berühmtesten Handwerker und Baumeister und brachte Elefanten aus Indien als Lastenträger in seine Hauptstadt. Er wollte eine große Freitagsmoschee bauen, die eine irdische Nachbildung des Paradieses werden sollte. Die Gläubigen sollten in ihr, von überweltlicher Schönheit umgeben, sich einzig und allein dem Gebet hingeben können. Nach dem Besuch der Moschee kann man wunderbar über den Basar bummeln, Gewürze, schon geknackte Walnüsse, getrocknete Früchte oder was sonst das Herz begehrte kaufen. Nur auf seine Taschen sollte man aufpassen. Mittagessen in Samarkand. Nachmittags weitere Besichtigungen:
    ULUG'BEKs OBSERVATOIUM: Im Nordosten der Stadt befindet sich das astronomische Observatorium Ulug'beks. 1424 bis 1428 errichtete er hier neben dem Bewässerungsgraben Obi Rachmat "gesegnetes Wasser" eine Forschungsstätte, deren Überreste 1908 freigelegt wurden. Anhand von Chroniken aus dem 17. Jahrhundert gelang des gelang es dem russischen Archäologen Vjatkin, die Sternwarte zu finden. Das Hauptinstrument der Sternwarte war vermutlich ein gemauerter Quadrant oder Sextant mit einem Radius von 40,4 Metern am Ende einer durch einen Hügel geführten und durch Mauern abgestützten Mittagslinie. Die Ruine des riesigen Sextanten ist erhalten geblieben, das eigentliche Gebäude, ein zweistöckiger Rundbau, der mit farbigen Fliesen reich verziert und innen mit Sternensujets bemalt war, ist dagegen völlig zerstört worden. Mit dem Sextanten, der sich im GEbäude befand, wurde der Sternenatlas des Ulug'bek ("Shidsh-Guragoni") erstellt.
    DER REGISTAN: George Curzon, der den Platz (usbek. Registon) Ende des letzten Jahrhunderts nur als Ruine kannte, schrieb: " Der Registan in Samarkandwar usprünglich und ist auch jetzt als Ruine der nobelste öffentliche Platz der Welt. Ich kenne nichts in Europa das im in Einfachheit und Grandiosität nahe kommt, sogar nichts, das sich mit ihm vergleichen ließe." Keine europäische Stadt ließe sich finden - so Curzon weiter - in der ein freier Platz auf drei von seinen vier Seiten von gotischen Kathedralen umgeben sei. Der Registan von Samarkand (wörtlich übersetzt: Sandplatz) ist das bekannteste Symbol Usbekistans und gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Er war im mittelalterlichen Orient der Platz, auf dem die Herrscher Erlasse verkündeten, wo Gericht gehalten wurde, wo aber auch ein reges Markttreiben statt fand. Unter Timur wurde der Registan das Zentrum Samarkands. Unter seinem Engel Ulug'bek erhielt der Platz seine offizielle Funktion: hier wurden Militärparaden abgehalten, Gesetze verkündet und Hinrichtungen vollzogen. In Ulug'beks Zeit wurde der Platz umgebaut - das noch heute beeindruckende Ensemble entstand. 1917 wurde hier die rote Fahne gehißt, und hier verbrannten die Frauen ihren Gesichtsschleier, den Parandasha. Leider hat man in den neunziger Jahren eine Empore errichtet, so daß der Platz etwa von seiner Schönheit verloren hat. Zum achten Jahrestag der Unabhängigkeit im Jahre 1999 wurde sie zudem in den usbekischen Nationalfarben gestrichen - was nicht gerade zur Harmonisierung mit den anderen Gebäuden beiträgt. Die jüngste Medrese ist die Tillakori, die "Goldbedeckte" (1641 bis 1660). Ihre Fassade ist länger als die der beiden anderen Medresen und die Studentenzellen liegen in zwei zum Platz hin geöffneten Etagen. Eingerahmt von den beiden anderen Medresen macht sie so den Eindruck, als wollte sie den Besucher einladen. Die dritte Medrese auf dem Registan ist die ulug'bek Medrese. Während man Timur mit monumentalen Mausoleen und Moscheen in Verbindung bringt, so assoziert man mit Ulug'bek Wissenschaft, vor allem Astronomie und wissenschaftliche Ausbildung. Die älteste Medrese des Emsembles - errichtet 1417 bis 1420 - ist, passend zu den Interessen Ulug'beks, mit Sternenmotiven verziert. Berühmte Wissenschaftler und Künstler lebten, lehrten und lernten hier, einer war der Dichter Abdurrachman Jami, ein Klassiker der tadschikisch-persischen Literatur. Abendesse und Übernachtung in Samarkand.

    Tag 04 :

    Morgens Weiterreise nach Buchara. Transfer zum Hotel. Mittagessen. Besichtigungen: SAMANIDEN-MAUSOLEUM: Westlich des Registan, etwas außerhalb der Altstadt liegt das Mausoleum der Samanidendynastie. Es stammt aus den ersten Jahren des 10. Jahrhunderts und ist wegen der Klarheit seiner Formen und seiner enizigartigen Dekoration ein Meisterwerk der frühen islamischen Architektur. Das Gebäude wurde von Erdschichten freigelegt, die sich im Laufe der Jahrhunderte über ihm gebildet hatten, und ist jetzt von allen Seiten zu betrachten. Sieht man es zusätzlich zu unterschiedlichen Tageszeiten, so geben verschiedene Perspektiven - verschiedener Lichteinfall - unterschiedliche Stimmungen wieder. Das Mausoleum entstand in der Regierungszeit von Ismali Samani (892-907), der in seiner Hauptstadt eine Begräbnisstätte für seine Familie errichten wollte.
    CHASHMA-AYUB MAUSOLEUM: Es liegt unweit des Samaniden-Mausoleums, ein gedrungenes Bauwerk mit hohem Kegeldach und mehreren Kuppeln, das vermutlich aus dem 12. Jahrhundert stammt. Der rechteckige Bau besteht aus vier Räumen, die sich von Westen nach Osten aneinanderreihen und aus verschiedenen Epochen datieren. Der mit dem Kegeldach überdeckte Raum, in dem heute noch ein Quellbrunnen zu sehen ist, wird als ältestes Bauteil angesehen.
    REGISTAN: Folgt man der Hauptstraße der Festungsmauer entlang, gelangt man zum Registan. Früher war der Platz von Palästen, Moscheen und Medresen umgeben - jetzt wirkt er ein wenig leer. Rechts neben dem Haupttor der Festung stand die Hauptmoschee Pojanda, auf deren Portalwand Geschütze postiert waren, die im Falle der Belagerung der Zitadelle auf die Flanke des Angreifers ziehlten. Links vom Tor befand sich der befestigte Sitz des Hauptbefehlshabers, seine Werkstatt für Waffenreperaturen und das Arsenal. An Markttagen herrschte auf dem Registan reges Treiben: Obst, Gemüse, orientalische Süßwaren und Tee wurden verkauft. Auf diesem Platz wurden auch die Erlasse und Befehle der "Sonne Bucharas", seiner Majestät des Emirs verlesen. An Festtagen zeigten hier Gaukler, Musiker, Ringkämpfer, Seiltänzer und Spaßmacher ihr Können. Auch die berühmten Dichterwettkämpfe fanden hier statt. Selten gab es einen Tag ohne Hinrichtung oder Auspeitschungen. Den Registan im Sattel sitzend zu überqueren war verboten. Der Reiter war verpflichtet abzusteigen, das Pferd zu führen und sich, das Gesicht dem Ark - der Festung der Stadt - zugewandt, pausenlos zu verneigen. Verstöße gegen diese Vorschrift wurden hart bestraft.
    ARK-FESTUNG: Die Entstehung des Arks datiert vermutlich vom Beginn des ersten Jahrtausends nach Christus. Die Zitadelle war mehrfach zerstört worden und wurde im 7. Jahrhundert mit einem ungewöhnlichen Grundriß wieder aufgebaut. Nachdem die Festungsmauern bereits errichtet waren, so erzählt die Legende, wurde mit dem Bau des Palastes begonnen. Das fast vollendete Bauwerk stürzte aber leider ein. Weil die Ursache dafür nicht geklärt werden konnte, beschloß man, sich auf Übersinnliches zu verlassen, und errichtete den Palast in der Form des Sternbildes "Großer Bär" auf sieben steinernen Pfeilern. Die Gesamtfläche der Festung beträgt fast 35.000 Quadratmeter. Der Ark diente als befestigte Residenz der Gebieter Bucharas. Dort gab es Paläste, Heiligtümer, Kasernen, Kanzleien, einen Münzhof, Speicher und Vorratshäuser, Werkstätten, Stallungen, ein Arsenal sowie ein Gefängnis. Es geht zurück zum Registan. Man überquert die vor ihm liegende Straße zur:
    BOLO HAUZ MOSCHEE: Im 18. Jahrhundert als Gemeindemoschee gebaut, diente sie auch als Hauptmoschee und Freitagsmoschee, da sie vorwiegend dem Hof des Emirs zur Verfügung stand. Wenn der Emir die Moschee aufsuchte, wurden über den ganzen Platz Teppiche gelegt, die Menschen legten sich ihm, während er zum Gebet schritt, zu Füßen. Die prunkvoll gestaltete Moschee bildet mit dem Wasserbecken (Hauz) und dem niedrigen Minarett eine in sich geschlossene Baugruppe. Das Gebäude der Moschee entstand etappenweise. Im Jahre 1712 wurde der überkuppelte Hauptsaal errichtet, aber erst im 19. Jahrhundert wurden an die nördliche und südliche Fassade Medresen angebaut, deren Zellen auf die Innenhöfe hinausgingen. Im heutiges Aussehen erhielt die Moschee im 20. Jahrhundert.
    Abendessen und Übernachtung in Buchara.

    Tag 05 :

    Morgens Besichtigungen in Buchara.
    MIRI-ARAB-MEDRESE: Sie entstand 1530 bis 1536. Zu jener Zeit gewann die führende islamische Priesterschaft an Macht. Die weltlichen Machthaber waren gezwungen, die Scheichs zu respektieren und zu akzeptieren, da ihr Stammbaum bis zum Propheten Mohammed zurück zu verfolgen war. Im 16. Jahrhundert hatte der Scheich Abdullah aus dem Jemen, der den Beinamen Miri Arab trug, in Buchara großen Einfluß. Er ließ die Medrese mit dem Geld, das ihm der regierende Chan geschenkt hatte, bauen. Der Chan wiederum hatte das Geld für 3.000 als Sklaven verkaufte auf Kriegszüge "erbeutete" Männer und Frauen erhalten. Die Medrese steht auf einer leicht erhöhten Backsteinplattform, das der Platz nach Osten leicht abfällt, und ist nach dem traditionellen Schema errichet. Um den quadratischen Innenhof gruppieren sich abgerundete Ecken und zwei Wohnzellengeschosse. Besonders bemerkenswert ist das hohe Portal. An das Portal schließen sich zu beiden Seiten zwei Nischen an, in den Ecken kann man die charakteristischen Ecktürme, die sogenannten Guldasta, sehen. 
    KALON-MOSCHEE: Sie ist eines der ältesten islamischen Gotteshäuser und die zweitgrößte Moschee nach Bibi Xanom in Mittelasien und wurde Anfang des 16. Jahrhunderts im typischen Stil der Timuriden gebaut. Die Moschee hat einen großen rechteckigen Hof für bis zu 10.000 Betende. Die Galerie wird von 288 Kuppeln überdeckt, die sich auf 208 Säulen stützen. Sieben Eingänge führen in die Moschee. An der Westwand im Hauptgebäude befindet sich eine eindrucksvolle Gebetsnische, ein hohes Portal mit Mosaiken und Innenkuppel. Außen wird das Ganze von einer weithin sichtbaren Kuppel auf einem hohen, geschmückten Tambour gekrönt.
    MINARETT KALON: Es ist das dritte Gebäude des Ensembles. Das 1127 von Arslan Chan errichtete Minarett ist das Wahrzeichen der Stadt. Das Minarett ist 46 Meter hoch. Sein sich nach ober verjüngender Schaft trägt eine Rotunde mit 16 Kielbögen. Darunter umschlingt ein Murquanatkranz das Gebäude. Von ober bis unten ist es mit dekorativen Mustern der Ziegelmauerung geschmückt. Die einzelnen Gürtel sind durch hochkant gestellte Ziegel voneinander getrennt. Jeder Gürtel hat sein eigenes Ornament, auch hier werden, wie Jahrhunderte vorher im Samanidenmausoleum, die dekorativen Möglichkeiten des Backsteins genutzt. Mittagessen in Buchara.
    Nachmittags Besichtigungen in Buchara.
    LABI-HAUZ: Den Altstadtrundgang beginnt man am besten am Labi-Hauz. Um das Wasserbecken (Hauz) gruppiert sich ein einheitliches architektonisches Ensemble. Direkt am Becken, das im Sommer auch die Funktion eines Freibades hat, gibt es mehrere Open-Air Teestuben (Chioxona), in denen man sich erholen und Domino spielen kann. Hier sitzen die Rentner den ganzen Tag, trinken Tee, spielen Domino oder schlafen auf den gemütlichen Sitzbänken (tahta). Nachmittags setzen sich dann auch jüngere Leute zu einer Tasse Tee dazu. Hier kann man den ganzen Tag gemütlich sitzen, das Leben beobachten und in der Regel vorzüglich essen, beispielsweise Plov oder Schaschlik, der meistens vor den Augen der Gäste frisch zubereitet wird. Auch wenn die Musik manchmal laut dröhnt, hier geht alles ruhig zu. Am Labi-Hauz kann man auch abends sehr romantisch die Atmosphäre genießen - nicht nur mit Tee. Am Westen, hinter dem Denkmal für Hodscha Nasreddin, steht:
    MEDRESE NADIR DEVON BEGI: Die Medrese stammt aus dem Jahr 1622/23. Das Gebäude wurde zunächst als Karawanserei geplant und ausgeführt. Kurz vor Abschluß der Bauarbeiten ritt jedoch der Chan durch die Stadt und lobte die schöne Medrese. Da sich Chane nie irren, wurde aus der geplanten Karawanserei eben eine Medrese. Das Gebäude wurde jedoch die neue Funktion nicht umgebaut. Im Gebäude gibt es also keine Ayvone und keinen Medresen üblichen überkuppelten Unterrichtsraum (Darshane). Als Unterichtsräume wurden die großen Eckzimmer genutzt. Erhalten geblieben sind der große und breite Durchgang durchs Portal und der Ausgang zum Gebäude des Wirtschaftshofes, beides typisch für Karawansereien.
    MAGOKI ATTORI: Eines der interessantesten Bauwerke Bucharas liegt in nördlicher Richtung hinter dem Geldwechslergewölbe. Die kleine Moschee gab den Historikern und Archäologen Rätsel auf. Ihr Name verweist jedoch auf ihre Entstehungszeit. Mago'ki bedeutet Grube, Vertiefung, denn die Moschee stand tiefer als die heutige Ebene der Straße und des Platzes. Attori erinnert an den Handel mit Gewürzen und Heilkräutern, der in der Nachbarschaft betrieben wurde. In der Zeit der Sogden, in der Mitte des ersten Jahrtausends vor Christus, befanden sich hier ein Markt und ein heidnischer Tempel.
    MEDRESE ULUG'BEK: Der Machthaber Ulug'bek ließ über den Eingang seiner Medrese meißeln: "Das Streben nach Wissen ist die Pflicht eines jeden Moslems und einer jeden Moslime". Auf dem bronzenen Türklopfer ist ein zweiter weiser Spruch verewigt: "Möge für den Kreis der in der Bücherweisheit bewanderten Menschen Menschen die Pforte des göttlichen Segens jederzeit geöffnet sein". Die Medrese entstand in der Blütezeit der mittelasiatischen Baukunst (1417-1418). Der Grundriß der achteckigen Anlage mit Eingangsportal, Ecktürmen und quadratischem Innenhof, Ayvon und zwei Geschossen Wohnzellen um den Hof, entspricht der typischen Medresenform. Das Gebäude gilt als Idealtyp der Medrese in Mittelasien.
    MEDRESE ABDULAZIZ CHAN: Aus dem Jahre 1652, übertrifft die Medrese Ulug'bek an Pracht und Größe. Abdulaziz Chan wollte alle seine Vorgänger in dekorativer Ausstattung und architektonischem Wert übertrumpfen. Der Grundriß erinnert an die gegenüberliegende Medrese: ein Hof mit vier Ayvonen, Eingangsportal und offene Nischen in den Hof und in der Fassade. Auf dem Mosaik der Hauptfassade und in der Ausmalung der Innenräume sind Märchenvögel, Vasan mit Blumensträußen, Parklandschaften - ungewöhnlich, da im Islam eigentlich nicht figürlich gemalt wurde - die an die indischen Miniaturen der Mogulzeit erinnern, zu bewundern. In den Gemeinschafträumen befinden sich dekorative mit Verflechtungen aus Murqarnatschmuck gestaltete Gewölbe, in den Wölbungen und Nischen finden sich Stalaktitenmotive, Wandmalerei und die Reliefmalerei "Kundal". Die bemalten Majolika in den Tymphanons der Bogen und des Mosaik des Hauptportals unterstreichen die orientalischen Pracht zusammen mit den palastähnlichen Innenräumen.
    CHOR MINOR: Die Moschee Chor Minor, die 1807 von einem reichen Turkmenen  namens Kalif Nijazkul errichtet wurde, liegt am Rande der Innenstadt. Ihre Bauweise weicht vom traditionellen Baustil ab, sie orientiert sich am indischen Taj Mahal. Ursprünglich befand sich hier ein ganzer Komplex mit einem Innenhof, einem Wasserbecken, einer Sommermoschee und dem bis heute erhaltenen viertürmigen Bauwerk. Wegen ihrer vier Minarette setzte sich der Name Chor (vier) Minor (Minarett) durch. Das für diese Region ungewöhnliche Bauwerk wurde zu einem Wahrzeichen Bucharas.
    Abendessen mit Folklore Vorführung und Übernachtung in Buchara.

    Tag 06 :

    Nach dem Frühstück Weiterreise nach Urganch und weiter nach Chiwa (Khiva. Mittagessen an der Strecke. Am Nachmittag Ankunft in Chiwa. Abendessen und Übernachtung in Chiwa.

    Tag 07 :

    Morgens Besichtigung der Altstadt von Chiwa. Der Stadtrundgang beginnt am besten am westlichen Tor, dem Ota Darvoza. Sofort fällt das Kalta Minor (kurzes Minarett) ins Auge. Es sollte das höchste Minarett der Stadt werden, denn sein Auftraggeber wollte sich damit ein Denkmal setzen, aber leider wurde es wegen statischer Probleme nicht weiter gebaut. Der Durchmesser beträgt 14 Meter, und es ist lediglich 26 Meter hoch. Gerüchteweise hat der Baumeister es nicht höher bauen wollen, weil er dem Emir von Buchara ein höheres Minarett als das von Chiwa versprochen hatte. Rechts dahinter befindet sich die:
    MEDRESE MUHAMMED AMIN CHAN: Die Medrese wurde 1852-1855 erbaut. Sie misst 78 mal 60 Meter und ist damit die größte und am reichsten ausgestattete Hochschule für das Studium der Koran- und Islamwissenschaften in Chiwa. Hier studierten im letzten Jahrhundert bis zu 250 Studenten gleichzeitig. Außen- und Innenfassaden wurden, wie es seit dem 17. Jahrhundert in Mode gekommen war, durch doppelgängige Loggiengänge gestaltet. Das restaurierte, imposante Portal führt in einen idyllischen Innenhof. Hier befand sich die Bibliothek und der hohe geistliche Gerichtshof. Der Namensgeber galt als einer der profiliertesten und grausamsten Chiwaer Herrscher. Biegt man am Kalta Minor ab, kommt man zur:
    KOXNA ARK: Die Zitadelle liegt liegt an der westlichen Mauer von Ichalan Kala, deren Gebäude aus dem 17.-19. Jahrhundert stammen. Koxna Ark, was soviel heißt wie alte Festung, diente als offizielle Residenz der Chiwaer Chane. Sie beherbergte eine Kanzlei, das Arsenal, den Münzhof, eine Moschee und den Empfangssaal. "Alt" wurde sie deswegen genannt, weil sie an der Stelle errichtet wurde, wo schon einmal eine Zitadelle gestanden hatte. Begonnen wurde Koxna Ark in den Jahren 1804-1806 durch Allakuli Chan. 1825 wurde der Bau fortgesetzt und Anfang des 20. Jahrhundert vollendet. Der hohen Mauer aus getrockneten Ziegeln sieht man nicht an, daß sie einen Palast verbirgt. Die Eingangstore zur Festung sind von Türmen verstärkt, was den wehrhaften Charakter noch betont. Unweit der Tore befindet sich ein kleiner Hof mit Winter- und Sommermoschee und dem Münzhof, der bereits Anfang des 15. Jahrhunderts hier seinen Platz hatte. Die Chiwaer Chane prägten goldene, silberne und kupferne Münzen und wuschen Geld: Das Stoffgeld aus Seide mußte nämlich gereinigt werden. Zentrum des offiziellen Lebens war der kleine Empfangsplatz.
    KURINYSCH-CHAN: Die Entstehungszeit fällt in die Jahre 1804-1806. Es ist ein abgetrennter, gemütlicher Hof, dessen eine Seite von einem Ayvon umgeben ist, hinter dem sich ein niedriger Thronsaal befindet. Hier gaben die Chane häufig ihre Empfänge, dabei saßen sie neben einer Jurte, die auf einer runden Erhebung aus Ziegeln aufgebaut war. Um zum Kurinysch-Chan zu gelangen, mußten die Abgesandten, so berichtet ein russischer Diplomat aus dem letzten Jahrhundert, durch drei nicht allzu große Höfe gehen, die heute nicht mehr erhalten sind. Im ersten wartete man gemeinsam auf die Audienz, im zweiten standen die Wachen, im dritten hatte sich der Rat des Chans versammelt, im vierten saß schließlich der Chan selbst. In den kleinen Zimmern, die sich in unmittelbarer Nähe des Hofes befanden, waren der Staatsschatz und die Dokumentenkammer untergebracht. Nur durch Kurinysch-Chan war es möglich, in die Gemächer des Harem zu gelangen, die immerhin die Hälfte des gesamten Territoriums von Koxna Ark einnahmen. Auf der anderen Seite des Platzes liegt die:
    MEDRESE MUHAMMAD RAXIM CHAN: Sie liegt auf der anderen Seite des Platzes und wurde 1871 errichtet. Jeder Herrscher ließ gegenüber seinem Palast eine Medrese erbauen, um sowohl seine Religiösität unter Beweis zu stellen als auch sich selbst ein Baudenkmal zu setzen. Mittagessen in Chiwa.
    Nachmittags Fortsetzung der Besichtigungen in Chiwa.
    PAHLAVON-MAXMUD-MAUSOLEUM: Das heiligste und schönste Mausoleum Chiwas. Hierher kommen noch heute Hochzeitspaare und Pilger, um zu beten - außerdem gibt es im Innehof einen heiligen Brunnen, dessen Wasser verjüngende Wirkung haben soll. Pahlavon Maxmud (1247-1325) war, wie sein Nachname sagt, Kürschner. Außerdem war er ein berühmter Dichter, Ringer und ein Krieger, der keine Niederlage kannte. Das Volk nannte ihn "Pahlavon-Ata" - Heldenvater, er galt als der "Pir", als der geistige Führer und Lehrmeister Chiwas. Über seinem Grab wurde zuerst ein Kuppelmausoleum errichtet, das allerdings einstürzte. 1913 entstand ein neuer Gebäudekomplex, der das Grabmal einschließt. Geht man durch den Hof geradeaus, kommt man direkt in das Mausoleum. Weiter geht die Tour zur:
    JUMA-MOSCHEE: Erbaut 1788/89 weist nur ein hohes Minarett, auf das sich ein schmaler Gürtel blauer Glasur gelegt hat, darauf hin, daß sich hier eine Moschee befindet. Die Moschee selbst ist von außen unscheinbar und als solche nicht zu erkennen. Auffällig sind an dem ebenerdigen Gebäude nur die geschnitzten Türen mit ihren Bronzeverzierungen. Der leicht trapezförmige Innenraum besteht aus einer Säulenhalle, weswegen die Moschee auch als "Cordoba Mittelasiens" bezeichnet wird. Ursprünglich waren es 212 Säulen (heute sind viele in Museen), die die Decke hielten.
    TOSHXAULI PALAST: Der zweite Palast in der Innenstadt nennt sich Toshxauli (Steinernes Haus). Er bestand einst aus drei Höfen, einem Harem, einem Gerichtshof, einem Festsaal und sechs Ayvonen. Alles ist mit glasierten Kacheln und typisch choresmischen Ornamenten reich verziert. Heutzutage ist noch der Harem zu besichtigen. Im vom Eingang gesehen linken Teil befinden sich nebeneinander fünf hohe Ayvone, die durch gleichartige Wohnräume geteilt wurden. In ihnen lebte der Chan mit seinen vier Frauen. Hier soll der letzte Chan auch seinen Goldschatz aufbewahrt haben, der angeblich noch immer von einer Kobra bewacht wird.
    KUTLUQ MURAD INAQ MEDRESE: Die 1804-1812 gebaute Medrese ist die erste zweistöckige Medrese in Chiwa, die nach bucharischem Vorbild gebaut wurde. Ihr Erbauer wurde in ihrem Inneren beigesetzt. Kutluq Murad Inaq war allerdings außerhalb der Mauern von Ichalan Kala gestorben, und es existierte ein Verbot, Verstorbene durch die Stadttore zu tragen. Die Geistlichkeit fand einen Ausweg: vor der Moschee wurde eine Festungsmauer durchbrochen, und so gehörte die Medrese zum Gebiet der äußeren Stadt. Der verstorbene Herrscher wurde durch diesen Durchbruch bestattet. Gegenüber steht die:
    ALLAKULI-CHAN-MEDRESE: Diese gegenüber gelegene Medrese wurde 1834 errichtet. In jener Zeit entstand auch der Allakuli-Chan-Tim (Handelskuppel), denn bedingt durch die Ausweitung des Handels mit Buchara, Rußland und Persien brauchte man mehr Handelsraum. Die Hauptbasare, auf denen mit Getreide, Seife und Wachs gehandelt wurde, legte man direkt an die Stadttore. Damit die Händler auch Unterkunft fanden, baute Allakuli Chan zusätzlich eine riesige Karawanserei, für die die Mauer von Ichan Kala eingerissen wurde. Die Karawanserei war nicht nur Herberge für Kaufleute, sondern auch Ort des Markthandels. Der Tim ergänzte die Karawanserei und bildete den Durchgang zwischen innerer und äußerer Stadt.
    Abends Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Taschkent. Abendessen und Übernachtung in Taschkent.

    Tag 08 :

    Transfer zum Flughafen.
    29.03.10-31.10.10
    Montag, Donnerstag, (Samstag)   Taschkent - Frankfurt   HY 231  06.35/10.20 Uhr.

         

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Anzahl Personen 1 2 3-4

EZ-Zuschlag

Standard 2.215 1.665 1.639 135
Superior 2.369 1.805 1.779 175
Deluxe 2.685 1.929 1.905 335

Individualreise - Preise in Euro pro Person ab/bis Frankfurt, gültig bis 31.10.2013.

Mehrpreis    Business Class    EUR 1.520,-
Mehrpreis    First Class            EUR 2.470,-

Im Preis eingeschlossene Leistungen:
  • Unterbringung in der gewünschten Hotelkategorie
  • Verpflegung: Vollpension
  • Alle Transfers
  • Alle Eintrittsgelder
  • Internationale und Inlandsflüge in Economy Class
  • Begrüßung am Flughafen bei Ankunft
  • Deutschsprachige, örtliche Reiseleitung
  • Nationale Flughafengebühren
  • Visumgenehmigung
Nicht im Preis eingeschlossen:
  • Visagebühren für die Botschaft
  • Ausgaben persönlicher Natur
  • Weitere Mahlzeiten
  • Foto- und Filmgebühren in den Besichtigungsstätten
Ort Standard Superior Deluxe
Taschkent Uzbekistan**** City Palace**** Intercontinental*****
Samarkand Malika*** Asia**** President Palace****
Buchara Malika*** Asia**** Zargaron Plaza****
Chiwa Malika Chorezm*** Malika Kheivak*** Asia Khiva****

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