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Länderinformationen Indien


Allgemeines

Allein die territoriale Größe Indiens mit einer Ausdehnung von 3.200 Kilometern von Nord nach Süd und 3.000 Kilometern von Ost nach West macht deutlich, dass Indien ein Land von kontinentalen Ausmaßen ist: Übertragen auf Europa entspräche dies einer Fläche vom Nordkap bis Belgrad und von Brüssel bis Moskau. Innerhalb dieser Grenzen entfaltet sich eine auf der Erde einzigartige Vielfalt an Landschaften, Ethnien, Sprachen, Kulturen und Religionen. 

An- und Abreise

Von Deutschland aus fliegen alle bekannten Fluglinien mehrmals pro Woche nach Delhi und Bombay (Mumbai), einige wenige Verbindungen bestehen auch zum Beispiel nach Madras (Chennai), Calcutta und Bangalore. Die Flugzeit aus Europa beträgt etwa 8 Stunden.

Einkaufsmöglichkeiten:

Als ein wahres Paradies für Souvenirjäger macht Indien die Auswahl nicht einfach. Glücklicherweise kann man sich in Neu-Delhi recht bequem einen Überblick über die Vielfalt indischen Kunstgewerbes verschaffen. Im staatlichen "Central Cottage Industries Emporium", Janpath/Ecke Tolstoi Marg, werden hochwertige Produkte aus ganz Indien zu festen Preisen angeboten. Größere Gegenstände kann man sich mit See- oder Luftfracht in die Heimat senden lassen. Um der Dezimierung der bedrohten Tier- und Pflanzenwelt nicht Vorschub zu leisten, sollte man vom Erwerb von Elfenbeinarbeiten (meist ohnehin Fälschungen), Tierfellen, Schildkrötenpanzern und seltenen Pflanzen Abstand nehmen.
Es ist heute nicht mehr leicht, echte Antiquitäten zu erwerben. Zum einen ist der Markt leer gekauft, zum anderen unterliegen Gegenstände, die älter als 100 Jahre sind, Ausfuhrbeschränkungen. Auskünfte und Genehmigungen erteilt der Archaeological Survey of India mit Niederlassungen in Delhi. Man übertreibt sicherlich nicht, wenn man die meisten Antiquitäten als mehr oder minder gelungene Nachahmungen bezeichnet. Einen billigen Trost bilden die hervorragend ausgeführten Repliken des Nationalmuseums in Delhi. Schwerer Gold- und Silberschmuck ist noch immer die wichtigste Kapitalanlage zur sozialen Absicherung der Frau. Während Goldschmuck aufgrund des hohen Metallpreises (100% über dem Weltmarkt) als Andenken kaum in Frage kommt, erfreuen sich Silbersachen großer Beliebtheit, allen voran der schwere Nomadenschmuck
Rajastans. Ausschlaggebend für den Preis eines Stückes sind Silbergehalt (Stempel) und Gewicht. Die Handarbeit wird nur durch einen geringen Aufschlag belohnt. Beim Kauf von Edelsteinen, für die vor allem Jaipur berühmt ist, sollte man bei mangelnder Fachkenntnis größte Vorsicht walten lassen. 
Kupfer- und Messingarbeiten sind über ganz Indien verbreitet und zuweilen mit Silbereinlegearbeiten reich verziert. Es gibt sehr schöne, allerdings auch schwere Bronzefiguren der indischen Götterwelt in traditionellem Stil. In den großen Städten, insbesondere in Neu-Delhi, findet man günstig hochwertige Artikel aus Büffelleder. 
Bemalte Papiermachéartikel sind zwar die Spezialität Kaschmirs, jedoch wegen der Unzugänglichkeit der Region mittlerweile in allen Touristenzentren erhältlich. Man sollte darauf achten, dass die Gegenstände wirklich aus Papier und nicht aus dem billigeren Karton gefertigt sind. Ausschlaggebend für den Preis ist vor allem die Qualität der Dekoration. Am teuersten sind mit lichtbeständigen Farben und echtem Gold bemalte Produkte. Es ist zu berücksichtigen, dass großflächige Artikel durch die Klimaschwankungen reißen können.
Zentrum der Marmorverarbeitung ist Agra, wo viele kleine und größere Werkstätten die Tradition der Mogulzeit fortführen. Vom winzigen Schachbrett bis zum repräsentativen, mit Einlegearbeiten aus Silberfäden und Halbedelsteinen verzierten Tisch reicht das Angebot. Vorsicht, die ziselierten Marmorschnitzereien bestehen häufig nur aus gepresstem Marmorstaub. Um nicht mindere Qualität zu bekommen, könnte man beispielsweise seine Einkäufe, sofern sie vom Verkäufer versandt werden sollen, mit einem wasserfesten Stift signieren und dies auf Auftrag bzw. Rechnung vermerken. 
Durch den Tourismus hat die Miniaturmalerei der Mogulzeit eine Renaissance erlebt. Die größte Auswahl hat man in Jaipur und den anderen Städten Rajastans. Qualität und Preis variieren stark. Angeboten werden auch Malereien auf Elfenbein. Abgesehen davon, dass hierfür ein Ein- und Ausreiseverbot besteht, dürfte es sich in den meisten Fällen um Büffelhorn oder Knochen handeln. 
Stoffmalereien sind ebenfalls beliebt. Auch hier reicht das Angebot von exquisiten Einzelstücken aus reiner Seide bis zu rustikaler, auf Gehsteigen ausgebreiteter Massenware für durchreisende Touristengruppen. 
Indiens lange Tradition der Textilverarbeitung hat zu einer unendlichen Vielfalt von Mustern, Webarten und Qualitäten geführt. Angeboten werden vor allem Stoffe aus Baumwolle und Seide. Allein von der Baumwolle werden 23 Arten kultiviert. Assam ist die Heimat der wilden Seide, deren kostbarste, goldgelbe Variante muga heißt. Überwiegend kommt jedoch "gezüchtete" Maulbeerseide in den Handel. Verbreitet ist auch ein Mischgewebe aus Baumwolle und Seide, neuerdings auch in Verbindung mit Kunstfasern. Ein Tipp zum Kauf reiner Seide: Über einer Flamme schmelzen Kunststofffasern, Seide verkohlt. Die Verzierung der Stoffe erfolgt in mannigfachen Formen. Neben dem Bedrucken, früher per Hand mit Holzruckstöcken, heute maschinell, ist die Abbindetechnik weit verbreitet. Entweder werden die Garne vor dem Weben mit dieser Methode eingefärbt (ikat) oder später die fertigen Stoffe (bandhani).
Vornehmlich in Nordindien werden hervorragende Teppiche geknüpft, die ihren persischen Vorbildern keineswegs nachstehen. Zentrum traditioneller Muster ist Agra, während sich in Rajastan interessante lokale Varianten finden lassen. Material, Knotendichte, Knotenart und verwendete Farben sind die wesentlichen Kriterien zur Qualitätsbestimmung.

Einreisebestimmungen

Voraussetzung sind ein noch mindestens 6 Monate gültiger Reisepass und ein kostenpflichtiges Visum (EUR 50, Stand Juni 2007), das von den Vertretungen Indiens - Botschaften und Konsulate - ausgestellt wird. Der Antrag muss auf einem gesonderten Formular erfolgen, das man anfordern oder aus dem Internet herunterladen kann (www.indianembassy.de). Beizufügen sind dem ausgefüllten Antrag zwei Passbilder und ein Beleg der Einzahlung. Das Visum hat eine Gültigkeit von 6 Monaten ab Ausstellungsdatum und gestattet innerhalb dieses Zeitraums mehrmalige Einreisen.
Nach der Einreise darf man 3 Monate im Lande bleiben; die Aufenthaltsgenehmigung kann (nicht immer problemlos) bei den Foreigners Regional Registration Offices um weitere 3 Monate verlängert werden. Danach ist die Einreise erst wieder nach sechs Monaten möglich.

Elektrizität

Wie in Europa wird in Indien Wechselstrom von 230 bis 240 Volt und 50 Hz benutzt. Elektrogeräte wie Rasierapparat, Radio oder ähnliches können also problemlos betrieben werden. Vielfach finden 3-polige Steckdosen Verwendung, mit denen jedoch nicht alle europäischen Zweipolstecker kompatibel sind. Will man ganz sicher gehen, empfiehlt sich die Mitnahme eines internationalen Adapters, der für wenig Geld in Elektrogeschäften erhältlich ist. Da Stromausfälle speziell am frühen Abend in Indien immer noch sehr häufig sind,  gehört die Taschenlampe zur Standardausrüstung jedes Indienreisenden.

Fotografieren und Filmen

Indien ist ein Fotoparadies ohnegleichen, sodass man genügend Filmmaterial im Gepäck haben sollte - und zwar mindestens ein Drittel mehr als man normal veranschlagt -. Die in Indien erhältlichen Filme sind relativ teuer und durch Klimaeinflüsse möglicherweise verdorben. Es zeigt sich, dass die Reiseleiter vor Ort bei Bedarf sehr gute Kontakte zu Lieferanten haben, die auch gute Qualität liefern und das zu fairen Preisen, aber dennoch natürlich höheren Preisen als in Deutschland/Europa. 
Diafilme sollte man nicht in Indien entwickeln lassen, die Herstellung farbiger Papierabzüge unterscheidet sich hingegen qualitativ und preislich kaum von Europa. Zum Schutz vor Röntgenstrahlen auf Flugplätzen sollte man die Filme im Handgepäck aufbewahren und möglichst von Hand kontrollieren lassen. Im Gegensatz zu Deutschland bekommen die Sicherheitsbeamten in Indien dieser Bitte meist nach. 
Bei aller Exotik vermeide man es jedoch, sich wie ein Jäger auf die Menschen zu stürzen und zu versuchen, die Schattenseiten des indischen Alltags einzufangen. Der Inder reagiert darauf sehr empfindlich. Zu respektieren sind auch die heiligen Stätten, die nicht als Kulisse für Familienfotos gedacht sind. Man sollte niemals versuchen, Menschen gegen ihren Willen abzulichten. Insbesondere gilt dies für Frauen. Besondere Rücksichtnahme ist in islamisch geprägten Regionen (Ajmer, Pushkar) und auf dem Lande angebracht. Verboten ist das Fotografieren aus Flugzeugen bei Inlandflügen und auf Flughäfen. Tabu sind auch militärisch bedeutsame Anlagen wie Brücken, Staudämme und Fabriken. Bei kunsthistorischen Städten dürfen grundsätzlich weder Stativ noch Blitz benutzt werden (Ausnahme Nationalmuseum in Delhi, wo man blitzen darf). In vielen Tempeln kann man ein Fototicket erwerben, in einigen ist das Fotografieren strikt verboten (z.B. Jaintempel in Dilwara bei Mount Abu).
Bitte wundern Sie sich nicht, wenn Sie beim Eintritt in eine Sehenswürdigkeit zusätzlich zur Eintrittsgebühr ein Ticket für Foto, Film- oder Videokamera lösen müssen. Da dies für jeden Gast unterschiedlich ist, können wir diese Gebühr - im Gegensatz zu den Eintrittsgebühren - nicht im Reisepreis einschließen.

Geld

Die Banken sind meist nur Mo-Fr zwischen 10 und 14 Uhr geöffnet und das Wechseln kann zu einer Nervenprobe werden. Es sei denn, Sie akzeptieren die geringfügig höheren Kurse im Hotel. Die Erfahrung zeigt, dass die Kurse gegenüber der Bank oder dem Money Changer nicht sehr unterschiedlich sind. 
Empfehlenswert sind Traveller Cheques in USD (nur American Express und Thomas Cook). Nicht selten kommt es vor, dass der Bankangestellte das Einlösen des Schecks mit Hinweis auf eine falsche Unterschrift verweigert. Es ist deshalb ratsam, die Kaufquittungen zumindest in Kopie dabei zu haben,  um den legitimen Erwerb zu beweisen. 
Man sollte das Geld immer nachzählen und darauf achten,  keine eingerissenen Scheine angedreht zu bekommen, die - aus welchen Gründen auch immer - im Handel nicht akzeptiert werden. Löcher hingegen, die von der Gewohnheit, die Geldbündel zu heften , stammen, sind belanglos. 
Problemlos und schnell kann man Geld auf dem Gandhi International Airport (genau nachzählen!) und bei American Express Büro (Connaught Circus, 1. Stock) in Delhi wechseln. 
Die indische Währung lautet auf Rupie (Rs) unterteilt in 100 Paisa (p). Die Münzen haben einen Wert von 5, 10, 20, 25, 50 bzw. 1, 2, 5 Rs, die Banknoten von 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100 und 500 Rs. Die Ein- und Ausfuhr ist verboten.
Wechselkurs (Stand Oktober 2015) 100 Rs = ca. 1,40 EUR, 1 EUR = ca. 70 Rs; 100 Rs = ca. USD 1.54, 1 USD = ca. Rs 64.
Achtung: Tauschquittungen sollte man sorgfältig aufbewahren, da man sie zuweilen beim Kauf von Inlandsflügen und Bahnfahrkarten vorlegen muss.

Impfungen/Gesundheit

Die hygienischen Verhältnisse in Indien lassen sich zwar nicht mit den unsrigen vergleichen, beherzigt man jedoch einige Grundregeln, ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung nicht größer als in Südeuropa. 
Es gibt einige Tabus, die sich jeder Indienreisende zum Gesetz machen sollte: Nie unabgekochtes Wasser trinken und davon ausgehen, dass auch das in den Hotels servierte Trinkwasser nicht keimfrei ist. Kein Eis, keinen Salat und kein ungeschältes Obst essen. Wir hatten allerdings damit in der Tophotellerie nie Probleme. Das Lake Palace Hotel in Udaipur serviert fabelhaftes Eis als Dessert. 
Keine bereits geschälten Früchte von Straßenständen zu sich nehmen, da diese zum Frischhalten mit verschmutztem Wasser übergossen sein könnten. Das bei den Reisenden so beliebte Lassi (Yoghurt mit Wasser) ist ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle. Problematisch sind auch Frischmilchprodukte (TBC), Schweinefleisch (Trichinen), fettige und frittierte Speisen (schlechtes Öl), Tiefkühlprodukte (mangelhafte Aufbewahrung) und Produkte aus frischen Eiern wie Mayonnaise (Salmonellen).
Ins Gepäck auch eine eigene Wasserflasche. Das dort eingefüllte Trinkwasser kann man ohne Geschmacksbeeinträchtigung mit Micropur-Tabletten (erhältlich in deutschen Apotheken) entkeimen.
Beim Auftreten von Magen-Darm-Beschwerden kann man sofort mit der Einnahme von Kohletabletten beginnen. Bevor man jedoch zu Antibiotika greift, ist es ratsam, eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene, aus Salz, Kaliumchlorid, Soda und Traubenzucker bestehende Lösung, z.B. Elotrans, in Wasser gelöst zu sich zu nehmen. Derartige Mittel hält jede Apotheke in Indien bereit. Als wirkungsvoll bei leichten Beschwerden haben sich auch Metifex und Loperamid bewährt, bei schweren Infektionen Bactrin (Sulfonamid). 
Durch geeignete Kleidung und richtiges Verhalten sollte man sich vor zu starker Sonnenbestrahlung schützen. Vor allem beim Sonnenbaden ist äußerste Vorsicht geboten, da die Wärmeregulierung durch den Klimawechsel ohnehin gestört ist. Aber auch von Klimaanlagen geht eine nicht zu unterschätzende Gefahr aus, denn kaum einer wird ohne ernsthafte Erkältung den fortwährenden Temperaturwechsel überstehen.
Vor der Abreise ist es ratsam, sich mit seinem Hausarzt in Verbindung zu setzen und sich eine kleine Reiseapotheke zusammenstellen zu lassen, die folgende Medikamente enthalten sollte: Mittel gegen Magenschmerzen und Darmbeschwerden, Schmerzmittel, Wundsalbe,  Desinfektionssalbe, fiebersenkende Mittel, kreislaufregulierende Medikamente, Breitbandantibiotika, Tabletten gegen Halsentzündung, Augentropfen.
Impfungen:
Man sollte sich rechtzeitig (mindestens 8 Wochen) vor Abreise bei Gesundheitsamt, Hausarzt oder Tropeninstitut über die notwendigen Impfungen erkundigen. Bei Einreise aus Drittländern sind u. U. Sonderbestimmungen zu beachten. Wertvolle Hinweise findet man unter folgender Adresse: www.fitfortravel.de (gegen Gebühr kann man sich dort auch einen individuellen Impfplan aufstellen lassen. 

Kleidung

Man sollte auf pflegeleichte, strapazierfähige Kleidung achten. Teure Designerstücke sind weniger angebracht; bei den einheimischen Waschmethoden und den aggressiven Waschmitteln werden sie arg strapaziert, wenn man den in jedem Hotel angebotenen Service nutzen will, seine Sachen waschen zu lassen. Zudem kann man sich vor Ort sehr preiswert mit zweckmäßiger Bekleidung versorgen.
Nicht zu vergessen sind im Winter warme Pullover, da Heizungen in Verkehrsmitteln und Hotels so gut wie unbekannt und die Bettdecken meist sehr dünn sind.

Klima

In einem dominant agrarischen Land wie Indien sind die Unbilden der Witterung noch echte Schicksalsfragen. Vom rechtzeitigen Eintreffen der Regenzeit hängen Ernte, Gesundheit, ja Überleben eines Großteils der Bevölkerung ab. Zwar sind gerade in den letzten zwei Jahrzehnten viele Talsperren und Kanäle gebaut worden, die die Landwirtschaft von den Zufällen des Monsunregens unabhängig machen sollen, doch insgesamt ist der größte Teil des Landes auf den jährlichen Regen angewiesen.
Jahreszeiten:
Diese Abhängigkeit vom jährlichen Regen verdeckt jedoch die Tatsache, dass der Monsun im Grunde ein extremes Element im sonst eher ruhig verlaufenden Wandel der indischen Jahreszeiten darstellt. Trotz aller regionalen Schwankungen in diesem Land lassen sich drei Jahreszeiten unterscheiden: Sommer, Regenzeit, Winter.
Sommer
Mit Sommer bezeichnet man in Indien die heißen und trockenen Monate von März bis Mai. Nicht verwechseln sollte man diese Jahreszeit mit dem mitteleuropäischen Sommer, tritt er in Indien doch mit viel größerer Entschiedenheit auf. Es regnet dann so gut wie gar nicht mehr. Dafür steigt die Hitze bis Ende Mai auf über 45 Grad. Gerade in den extremen Trockengebieten im Nordwesten erschweren Sandstürme das Leben. Insgesamt leidet das gesamte Land unter der Hitzeglocke, und wer immer es sich leisten kann, entflieht speziell im April und Mai in die Bergregionen des Himalaya. Kashmir, das Kulu-Tal und Darjeeling erleben jetzt den Ansturm der indischen Mittel- und Oberschicht. 
Monsun
Der etwa Anfang Juni vom Südwesten her mit dem Monsun eintreffende Regen wird von den Menschen wie eine gottgesandte Erlösung empfunden. Der Himmel öffnet seine Schleusen, entstaubt im wahrsten Sinne des Wortes die Luft, so dass man endlich mal wieder richtig durchatmen kann. Zwar ist die unerträgliche Hitze überstanden, dafür bedrückt nun ein feuchtes, schwülwarmes Klima das Leben der Menschen. Während der Südwestmonsun etwa Mitte September den Rückzug antritt, wird die Südostküste einmal von Oktober bis Dezember vom Nordostmonsun berührt, so dass hier im Vergleich zum restlichen Indien überdurchschnittlich hohe Niederschlagswerte zu verzeichnen sind. Der Monsun kommt durch den jährlichen Wechsel der Winde zustande, die durch die Temperaturschwankungen zwischen Land und Wasser sowie die unterschiedliche Sonnenbestrahlung der Erde entstehen. Im Sommer blasen die Winde aus Südwest, im Winter aus Nordost. Sie transportieren riesige Wolkenmassen, die sich dann als Monsunregen über dem Festland ergießen. Das eigentliche Problem besteht jedoch darin, dass seine Zeit und Ergiebigkeit kaum vorhersehbar ist und er zudem unregelmäßig auftritt. Kommt es an Ganges und Brahmaputra immer wieder zu riesigen Überschwemmungen mit Tausenden von Toten, leiden die Menschen im Südwesten, in Gujarat und Rajastan, unter jahrelangen Dürreperioden, in denen kein Tropfen Wasser fällt. 
Winter
Die angenehmste Jahreszeit beginnt dann im Oktober und reicht bis Februar. Winter ist, zumindest was die Tagestemperaturen betrifft, ein recht irreführender Begriff, liegen sie doch meist noch um 25 Grad. Richtig kalt hingegen wird es in den Bergregionen des Himalaya mit nächtlichen  Tiefsttemperaturen um den Gefrierpunkt, speziell im November und Dezember.

Unterwegs

Mit dem Flugzeug: Die wirtschaftliche Liberalisierung hat zwar zur Entstehung zahlreicher privater Gesellschaften geführt. Flüge innerhalb des Landes werden von einigen guten Airlines allen voran Jetairways mit Beteiligung der Lufthansa inzwischen sehr pünktlich und mit gutem Service durchgeführt. Es gibt allerdings nicht sehr viele Routen, die die touristischen Sehenswürdigkeiten verbinden außer den "Rennstrecken" Delhi-Jaipur-Jodhpur-Udaipur-Bombay oder Delhi-Agra-Khajuraho-Varanasi.
Mit der Bahn: Indien unterhält eines der größten Eisenbahnnetze der Welt. Sehr gut erschlossen sind die Routen von Delhi nach Agra (2 Std.) und Delhi nach Ajmer über Alwar und Jaipur (4,15 Std.) mit den schnellen Shatabdi-Express-Zügen. Jodhpur erreicht man von Delhi aus nur mit einem Nachtzug (Delhi-Jodhpur-Express, Mandore-Express, 12 Std.), ebenso Udaipur von Delhi Sarai Rohilla aus (Chetak Express, Ahmedabad Express, 12 Std.). Außer bei den Shatabdi-Express-Zügen sind längere Verspätungen an der Tagesordnung. Fahrkarten kauft man am besten am Ausländerschalter im 1. Stock des Bahnhofs Neu-Delhi. Verpflegung unterwegs ist in der Regel kein Problem. Es gibt Tee und abgepacktes warmes Essen. Nüsse, Obst, Kekse und Tee kann man von fliegenden Händlern auf jedem Bahnsteig kaufen.
Mit dem Bus: Buslinien überziehen Indien dicht wie ein Spinnennetz. Aufgrund des noch immer recht geringen Individualverkehrs gelangt man mit einem Bus bis in das kleinste Dorf. Auf Langstrecken verkehren zuweilen recht komfortable Deluxe-Busse, meist allerdings mit Video ausgestattet. Unmittelbar nach der Abfahrt werden die Vorhänge zugezogen und die Lautsprecher bis zum Anschlag aufgedreht! Von Nachtfahrten ist wegen der hohen Unfallgefahr abzuraten.
Mit dem Mietwagen: Die angenehmste Art des Reisens ist die Fahrt mit gemietetem Fahrzeug und Fahrer. Unser Partner in Indien hat ein gute Zahl umsichtiger und routinierter Fahrer unter Vertrag. Aufgrund des chaotischen Fahrstils speziell bei den Überlandfahrten ist es auch nicht ratsam, zu versuchen, sich einen Wagen ohne Fahrer - wesentlich teuerer als mit Fahrer - zu besorgen.
Nur zur Verdeutlichung sei erwähnt, dass die meisten Überlandstraßen nur 2-spurig sind, die Bankette links und rechts der Straße meist ausgefahren sind, jedoch manchmal als einzige Ausweichmöglichkeit mitbenutzt werden müssen. Die Straßenverhältnisse sind sehr schlecht, man rechnet für eine Überlandstrecke von 250 km etwa 5 Stunden Fahrzeit, manchmal ist es noch mehr. Durch die weiten Entfernungen und die Versorgung des Landes hauptsächlich per LKW sind unverhältnismäßig viele Lastwagen unterwegs und das erschwert auf einer 2-spurigen Strecke ganz erheblich das Vorwärtskommen. Es gilt das Recht des Stärkeren und wenn man eher zurückhaltendes und vorsichtiges Autofahren gewohnt ist, hilft manchmal nur - die Augen zu schließen. Andauernd kommen einem auf den Überlandrouten Busse und LKWs entgegen, oft wird ein entgegenkommender Bus oder LKW überholt und man sieht die Fahrzeuge direkt auf sich zukommen. Gut möglich, dass neben den entgegenkommenden nebeneinander fahrenden Bussen, noch ein LKW versucht, auf dem Bankett zu überholen, und das auf der Spur, auf der man sich gerade befindet. Wirklich nichts für schwache Nerven, aber viele Orte sind nicht anders als mit dem Wagen zu erreichen. Wir konnten allerdings feststellen, dass die Fahrer wirklich über viel Erfahrung verfügen und alle sind angehalten, eher defensiv zu fahren und lieber einmal etwas länger hinter einem LKW herzufahren, als zu riskant zu überholen. Überraschenderweise sieht man im Vergleich zum Verkehrsaufkommen recht wenig Unfälle. Was jedoch immer passieren kann ist, dass auf der benutzten Spur unvermittelt ein LKW steht, unter dessen Hinterachse einige Steinblöcke liegen und die Räder fehlen. Da es keinen ADAC gibt muß der LKW-Fahrer zum Teil Stunden zu einer Autowerkstatt laufen, um die Reifen wieder in Ordnung bringen zu lassen. Was auf Überlandfahrten gerade in Rajastan vorkommt, sind die gemächlich dahinziehenden Kamel- oder Ochsenkarren - auf der normalen Überlandstraße versteht sich. Ein weitere Faktor sind die Kühe, die völlig unvermittelt auf die Straße trotten und der Fahrer entscheiden muss, ob er links oder rechts vom heiligen Tier vorbeifährt, wie die Laufgeschwindigkeit einzuschätzen ist oder ob Sie in der Mitte der Straße stehen bleibt, um sich eines Fladens zu entledigen. Da es außerhalb der großen Orte keinerlei Ampeln gibt, sind die Hupe und die Umsicht des Fahrers der beste Wegbegleiter. Die wichtigsten Hilfen für das Autofahren in Indien - so sagen es die Fahrer - sind: Hupe, Bremsen und Gottvertrauen. Gute Fahrt.
 

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