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Lšnderinformationen Tanzania - Safari


Eine Kombination Zanzibar mit einer Safari

Wir bieten Ihnen zu unseren Aufenthalten auf Zanzibar natürlich die Möglichkeit einer Kombination mit einer Safari zu den einzigartigen Nationalparks Tanzanias. Die beiden Hauptverbindungen nach Zanzibar mit Oman Air und Ethiopian Airlines landen in Dar es Salaam zwischen und daher können Sie wählen, ob Sie am Anfang oder Ende Ihrer Reise eine Safari unternehmen möchten. Wir empfehlen, die Reise mit der Safari zu beginnen und mit einem erholsamen Badeaufenthalt ausklingen zu lassen. Deshalb bieten wir unsere Safaris ab Flughafen Dar es Salaam mit Flug nach Arusha, dem Ausgangspunkt für die Safaris, und nach der Safari mit einem Direktflug von Arusha nach Zanzibar an. Wählen Sie zwischen einer 7 Tage, 8 Tage und 9 Tage Safari in die unterschiedlichen Nationalparks aus. Selbstverständlich bieten wir Ihnen auf Anfrage auch weitere Möglichkeiten an.

Das Erlebnis Tanzania

Kann man das Erlebnis Tansania in einen geistigen Schnappschuss fassen? Vielleicht die Tausende und Abertausende von Gnus, die durch den Instinkt vereint auf ihrer jährlichen Wanderung durch die Serengeti ziehen? Oder die Elefantenfamilie, die durch den breiten, schlammigen Rufiji/Tarangire-Fluss watet? Wie wäre es mit einem Rudel satter Löwen, die auf dem grasbedeckten Boden des majestätischen Ngorongoro-Kraters in der Sonne dösen? Gewiss, es sind solche Bilder, die einem meist in den Sinn kommen, wenn man an Tansania denkt. Und das ist gut so!. Tansania ist wahrhaftig ein Safari-Ziel, das seinesgleichen sucht. Die Statistiken sprechen für sich: kein anderes Land der Welt hat ein Viertel seiner Fläche für Naturschutzzwecke reserviert; der weltbekannte Serengeti-Nationalpark und das riesige Selous-Wildreservat sind dabei nur die auffallendsten Teile eines reichen Mosaiks von unter Schutz stehenden Gebieten, in denen schätzungsweise 20 Prozent aller großen afrikanischen Säugetiere leben. Doch Tansania bietet mehr als nur Safaris. Mit dem Kilimanjaro und dem Meru finden sich hier der höchste und der fünfthöchste Gipfel des Kontinents. Und mit dem Victoriasee, dem Tanganjikasee und dem Nyasasee die drei größten Seen Afrikas. Dann lockt natürlich die zauberhafte Gewürzinsel Zanzibar, der Höhepunkt der weiten Küste des Indischen Ozeans, einer Küste, die auch sonst große Anziehungskraft ausübt dank ihren vielen zauberhaften Stränden, spektakulären Tauchgründen und geheimnisvollen mittelalterlichen Ruinen. Doch das ist noch nicht alles: An den sandigen Ufern des Tanganjikasees erheben sich die bewaldeten Gombe-Stream- und Mahale-Mountains-Nationalparks und wetteifern, welcher von ihnen der beste Ort der Welt sei, um wilde Schimpansen aufzuspüren. Weniger weit weg von der Meeresküste liegen die einsamen Massive der bisher wenig bekannten Eastern Arc Mountains, die wegen ihres Reichtums an dort heimischen Pflanzen und Tieren das „Afrikanische Galapagos“ genannt werden. Schließlich spiegelt sich Tanzanias atemberaubender Naturreichtum in der kulturellen Vielfalt der 120 verschiedenen Stämme, die so unterschiedlich sein können wie die majestätischen Massai-Hirten des Rift-Valleys, die von der arabischen Kultur beeinflussten Swahili der Küste und die als Jäger und Sammler am Eyasi-See lebenden Hadzabe. Wie soll man also all die Erlebnisse, die einem dieses Land bietet, auf den Punkt bringen? Höhepunkte, so einzigartig und verschieden wie der Kilimanjaro, Zanzibar, der Tanganjikasee, die Serengeti und das Selous? Erlebnisse, die für manche Besucher ausgedehnte Wandertage an den eiskalten oberen Hängen von Afrikas faszinierendsten Gipfeln umfassen, die andere auf einmalige Safaris führen und danach zu einem Aufenthalt an einem idyllischen Strand des Indischen Ozeans, die nochmals andere fasziniert in die Augen von an Menschen gewöhnten Schimpansen schauen oder sie in den spektakulären Riffs vor Mafia tauchen lassen oder sie als Rucksacktouristen durch die von der Zeit vergessenen Häfen und bröckelnden Ruinen der halbvergessenen Südküste führen? Nun, was Tanzanias mannigfaltige Attraktionen zusammenhält, sind natürlich die Menschen, die in diesem Land wohnen. Sie sind berechtigterweise stolz auf ihren tief wurzelnden Sinn für Toleranz und Friedfertigkeit. Und tatsächlich, trotz seiner ethnischen Vielfalt hat Tanzania als vielleicht einziges Land Afrikas die modernen politischen Herausforderungen bestanden: den Übergang von kolonialer Abhängigkeit zur unabhängigen Nation, von einer sozialistischen Staatswirtschaft zur freien Marktwirtschaft, vom Einparteiensystem zur lebendigen Demokratie – und all dies, ohne dass es je zu länger anhaltenden Unruhen in der Bevölkerung oder zwischen den Ethnien gekommen wäre. In den vergangenen 20 Jahren ist aus dem zuvor vergleichsweise wenig bekannten Tanzania eines der dynamischsten und beliebtesten Reiseziele Afrikas geworden: ein Land, dessen großartige Naturvielfalt ergänzt wird durch die natürliche Gastfreundschaft der Menschen, die hier leben. Das Erlebnis Tanzania auf den Punkt zu bringen? Eigentlich ganz einfach. Man kann es in einem einzigen Wort festhalten, das alle Besucher und Besucherinnen jeden Tag mindestens ein Dutzend Mal hören, egal wo und auf welche Art sie in Tanzania gerade unterwegs sind: im lächelnden, herzlichen Swahili-Gruß „Karibu!“ – Willkomen!

Arusha-Nationalpark

Obwohl dieser Nationalpark der Nordtansanischen Safarihauptstadt Arusha am nächsten liegt, wird er von Safari-Reisenden nicht selten übersehen, was schade ist, denn er bietet die Möglichkeit, innert weniger Stunden eine höchst reizvolle Vielfalt an Lebensräumen zu erkunden. Wenn man den Parkeingang passiert hat, gelangt man in einen schattigen Bergwald, der von neugierigen Diademmeerkatzen, farbenfrohen Turakos und Trogons sowie akrobatischen schwarzwei ß en Colobus-Affen bewohnt wird – diese auch Guerezas genannten Affen kann man auf dem nördlichen Safari-Circuit nur hier leicht beobachten. Mitten in diesem Wald erhebt sich der spektakuläre Ngurdoto-Krater, dessen steile, felsige Wände einen sumpfigen Boden umschlie ß en, auf dem Herden von Büffeln und Warzenschweinen leben. Weiter nördlich schmiegen sich die stillen, wunderschönen Momela-Seen in die sanften, grasbewachsenen Hügelzüge. Zuweilen tönen Tausende von Flamingos die Flachwasser dieser Seen rosa. Die Momela-Seen ernähren eine Vielfalt von einheimischen und wandernden Wasservögeln. In den feuchten Uferzonen zeigen struppige Wasserböcke ihre gro ß en leierförmigen Hörner. Zwischen weidenden Zebraherden gleiten Giraffen über die grasbewachsenen Hügel, während Paare gro ß äugiger Dikdiks in niederes Gebüsch stieben wie überdimensionierte dürrbeinige Hasen. Zwar trifft man im Aruhsa-Nationalpark nur selten auf Elefanten und gar nie auf Löwen, dafür kann man unter Umständen Leoparden und Tüpfelhyänen beobachten, die am frühen Morgen und am späten Nachmittag herumschleichen. Im Morgengrauen und während der Abenddämmerung ist zudem die Wahrscheinlichkeit am grö ß ten, dass sich die Wolkendecke am östlichen Horizont auflöst und die nur 50 km entfernten majestätischen schneebedeckten Gipfel des Kilimanjaros sichtbar werden. Es ist aber nicht der Kilimanjaro, der den Parkhorizont beherrscht, sondern sein bescheidenerer Cousin, der Mount Meru, der mit seinen 4'566 m immerhin der fünfthöchste Berg Afrikas ist. Von seinen im Park liegenden Gipfeln und östlichen Ausläufern, wo man wunderbar wandern kann, genie ß t man eine unvergleichliche Aussicht auf seinen berühmten Nachbarn. Wer den Meru besteigt, wandert zuerst durch bewaldete Savanne, trifft dort immer wieder auf Büffel und Giraffen, gelangt dann in Wälder voller Fackellilien und hängendem Spanischem Moos (Tillandsia) und erreicht schlie ßlich die hochgelegene, von Riesenlobelien besetzte offene Heidelandschaft. Strohblumen klammern sich an die alpine Einöde, feinbehufte Klippspringer beobachten den Aufstieg der Wanderer. Steht man dann auf dem zerklüfteten Gipfel des Meru, sieht man sich dem unverhüllten, in der aufgehenden Sonne errötenden Kilimanjaro gegenüber.

Gombe-Bach-Nationalpark

Tief aus dem Wald ertönt ein lautes, aufgeregtes „Whuup“, das sofort durch ein Dutzend anderer Stimmen verstärkt und immer lauter, schneller und höher wird, bis es seinen rasend kreischenden Höhepunkt erreicht hat. Es ist der berühmte „Keuchschrei“-Ruf: ein Gemeinschaftsritual, das den Beteiligten erlaubt, sich gegenseitig an den unterschiedlichen Stimmen zu erkennen. Für den durch den uralten Gombe-Stream-Wald wandernden menschlichen Zuhörer ist dieser Schaudern bewirkende Ausbruch auch ein Zeichen, dass eine Begegnung mit dem nächsten genetischen Verwandten des Menschen unmittelbar bevorsteht: dem Schimpansen. Gombe ist der kleinste Nationalpark Tansanias: ein fragiler Streifen Schimpansenland, der die steilen Hänge und Flusstäler bedeckt, welche die sandigen nördlichen Ufer des Tanganjikasees umschlie ßen . Seine an menschliche Besucher gewöhnten Schimpansen wurden berühmt durch die Pionierarbeit von Jane Goodall, die 1960 eine Verhaltensstudie in Angriff nahm, die heute als längste aktuelle Studie ihrer Art in der Welt gilt. Der Matriarch Fifi, der letzte lebende Vertreter der ursprünglichen Gemeinschaft, der erst drei Jahre alt war, als Goodall Gombe zum ersten Mal betrat, kann immer noch regelmä ß ig von Besuchern gesehen werden. Schimpansen teilen mehr als 98 % ihrer Gene mit uns Menschen, und es braucht keinen wissenschaftlichen Experten, um die je verschiedenen Repertoires an Keuchen, Rufen und Schreien zu unterscheiden, welche die Stars, die wichtigen Nebenrollen und die „ferner spielten“ charakterisieren. Wenn Sie einem Schimpansen in die Augen schauen und er Sie seinerseits mustert, erleben Sie vielleicht unverhofft einen Moment gegenseitigen Erkennens über die schmalste Grenze zwischen Vertretern verschiedener Spezies. Die am häufigsten zu sehenden übrigen Säugetiere des Parks sind auch Primaten. Ein Trupp dasSeeufer bevorzugende Anubispaviane, die seit den sechziger Jahren erforscht werden, kennt kaum Berührungsängste, während Rotschwanzmeerkatzen und Rote Colobus-Affen – Letztere werden häufig von Schimpansen gejagt – sich lieber hoch oben in den Bäumen aufhalten. Zu den gut 200 Vogelarten des Parks gehören so unterschiedliche Vertreter wie der berühmte Fischadler und der juwelenhafte Rote Tropfenastrild, der zahm auf den Arealen der Besuchercenter herumhüpft. Nach Einbruch der Dunkelheit spiegelt sich der sternenklare Nachthimmel in den Hunderten von Laternen der kleinen Holzboote, die auf dem See schaukeln und den Anschein erwecken, als breite sich dort eine Stadt aus.

Katavi-Nationalpark

Abgelegen, unbändig und selten besucht, ist der Katavi-Nationalpark eine ursprüngliche Wildnis, welche die wenigen Unerschrockenen, die sich dorthin vorwagen, mit dem erhebenden Gefühl Afrikas belohnt, wie es vor einem Jahrhundert geherrscht haben muss. Tansanias drittgrößter Nationalpark liegt im abgelegenen Südwesten des Landes, in einem abgeschnittenen Rift-Valley-Arm, der in der seichten, düsteren Ausdehnung des Rukwa-Sees endet. Der größte Teil Katavis ist mit einer seltsam formlosen Decke von dichtem Miombo-Trockenwald überzogen, der umfangreichen, aber scheuen Gruppen von Elen-, Rappen- und Pferdeantilopen Schutz bietet. Der eigentliche Anziehungspunkt für Tierbeobachter ist aber der Katuma-Fluss mit seinen Schwemmebenen, zu denen die saisonalen Seen Katavi und Chada gehören. Während der Regenzeit ziehen diese üppigen, sumpfigen Seen unzählige Wasservögel an, und sie ernähren Tansanias dichteste Ansammlungen von Flusspferden und Krokodilen. Am eindrücklichsten ist Katavi aber während der Trockenzeit, wenn das Wasser zurückweicht. Am jetzt zu einem seichten, schmutzigen Rinnsal gewordenen Katuma, der einzigen Trinkwasserquelle in einem weiten Umkreis, und in den ihn flankierenden Schwemmebenen halten sich schier unglaubliche Ansammlungen von Tieren auf. Geschätzte 4’000 Elefanten kann man dann in dieser Gegend antreffen, dazu verschiedene Büffelherden mit Tausend und mehr Tieren, während eine Vielzahl von Giraffen, Zebras, Impalas und Riedböcken eine leichte Beute für die zahlreichen Löwen- und Tüpfelhyänenrudel darstellen, deren Territorien auf den Schwemmebenen aufeinander treffen. Katavis spektakulärstes Tiererlebnis sind aber doch die Flusspferde. Gegen Ende der Trockenzeit kann es vorkommen, dass bis zu 200 Tiere auf einmal in einen noch genügend tiefen Flusstümpel plumpsen. Und je mehr Flusspferde sich an einem Ort versammeln, desto hitziger wird die Rivalität zwischen den männlichen Tieren – blutige Revierkämpfe sind alltäglich. Dem unterlegenen Männchen bleibt nichts anderes übrig, als unglückselig auf den offenen Ebenen herumzuschleichen, bis es wieder genügend Mut für eine neue Konfrontation gefasst hat.

Kilimanjaro-Nationalpark

Kilimanjaro. Allein sein Name wirkt geheimnisvoll. Bedeutet er nun Berg des Lichts, Berg der Erhabenheit oder Berg der Karawanen? Oder doch wieder etwas ganz anderes? Die einheimischen Wachagga haben nicht einmal einen Namen für das ganze Massiv. Kipoo (woraus Kibo wurde) nennen sie den berühmten schneebedeckten Gipfel, der als höchste Erhebung Afrikas majestätisch über dem Kontinent wacht. Welche Bedeutung man seinem Namen auch immer geben mag, der Kilimanjaro ist ein Sinnbild für die ergreifende Schönheit Ostafrikas. Warum, werden Sie verstehen, wenn Sie ihn sehen. Der Kilimanjaro ist nicht nur Afrikas höchster Gipfel, sondern auch der höchste frei stehende Berg der Erde. In atemberaubender Abgeschiedenheit erhebt er sich vom ihn umgebenden, auf ungefähr 900 m über Meer liegenden Küsten-Buschland auf Ehrfurcht gebietende 5'895 m. Der Kilimanjaro ist einer der zugänglichsten Hochgebirgsgipfel der Erde, ein Leitstern für Besucher aus aller Welt. Die meisten Bergsteiger erreichen den Kraterrand mit wenig mehr als einem Wanderstock, angemessener Kleidung und Entschlossenheit. Und trotzdem hat, wer es bis zum eigentlichen Gipfel, dem Uhuru Point, schafft oder bis zum Gillman’s Point am Kraterrand, sich seine Gipfelurkunde – und seine Erinnerungen – redlich verdient. Der Kilimanjaro bietet aber wahrlich mehr als bloß seinen Gipfel. Diesen Berg hochzusteigen ist gleichsam eine klimatische Weltreise von den Tropen in die Arktis. Noch ehe man auf einer Höhe von 2'700 m die Grenze zum Nationalpark überschreitet, machen die bewirtschafteten Ausläufer des Massivs üppigem Bergwald Platz, in dem scheue Elefanten, Leoparden, Büffel, der gefährdete Abbotducker und andere kleine Antilopenarten sowie Primaten leben. Noch höher liegt das Moorland, wo eine Decke von Riesenheidekraut mit fremd anmutenden Riesenlobelien übersät ist. Über 4'000 m ernährt eine surreale alpine Einöde kaum mehr als ein paar widerstandsfähige Moose und Flechten. Schließlich weicht dann auch das letzte bisschen kümmerlicher Vegetation einer Winterwunderlandschaft aus Eis und Schnee – und der überwältigenden Schönheit des Dachs des Kontinents. 

Kitulo-Plateau-Nationalpark

Die Einheimischen nennen ihn Bustani ya Mungu – den Garten Gottes –, während Botaniker ihn als Serengeti der Blumen rühmen, Stätte „eines der eindrücklichsten Blumenschauspiele der Welt“. Tatsächlich ist Tansanias jüngster Nationalpark ein botanisches Juwel: Nicht weniger als 350 Gefä ß pflanzen-Arten, darunter allein 45 verschiedene Landorchideen, sind hier zu Hause, und sie verwandeln den Park während der Haupt-Regenzeit von Ende November bis April in ein faszinierendes Meer von Farben. Die auf ungefähr 2'600 m über Meer zwischen den zerklüfteten Gipfeln der Kipengere-, Poroto- und Livingstone-Berge liegende gut bewässerte vulkanische Kitulo-Erde ernährt die umfangreichste und bedeutendste Gebirgs-Grasland-Gemeinschaft Tansanias. Als eines der wichtigsten Einzugsgebiete des Great-Ruaha-Flusses ist Kitulo auch der erste Nationalpark im tropischen Afrika, der vor allem wegen seiner Blumen bekannt wird – und zwar nicht nur wegen der Vielfalt an Orchideen, sondern auch wegen der wunderschönen gelb-orangen Fackellilie und einer Auswahl von Aloen, Proteen, Geranien, Riesenlobelien, Lilien und Astermargeriten (aster daisies), von denen mehr als 30 Arten nur in Süd-Tansania vorkommen. Großwild ist hier eher selten, nur vereinzelt streifen zähe Berg-Riedböcke und Elenantilopen durch das offene Grasland. Dagegen ist das Botaniker- und Wandererparadies Kitulo höchst reizvoll für Vogelliebhaber. Tansanias einzige Population der seltenen Schwarzflügeltrappe ist im Park zu Hause neben einer hier brütenden Kolonie bedrohter Stahlschwalben und standorttreuen Arten wie der Reichenowwida, dem Nijombe-Zistensänger und dem Kipengere-Zeisig. Im Park beheimatete Schmetterlingsarten, Chamäleons, Eidechsen und Frösche tragen ferner zum biologischen Reichtum dieses Paradieses bei.

Mahale-Berg-Nationalpark

Tief im Herzen Afrikas, unerreichbar mit dem Auto und nur 100 km südlich von der Stelle, wo Stanley seinen unsterblichen Gruß “Doctor Livingstone, I presume” aussprach, gibt es einen Ort, der an einen idyllischen Insel-Strand im Indischen Ozean erinnert. Sanfte weiße Buchten umfassen das leuchtend blaue Wasser des Tanganjikasees, der im Schatten einer Kette wilder, Dschungel-verhüllter Berggipfel liegt, die das Ufer um fast 2’000 m überragen: die abgelegenen und geheimnisvollen Mahale-Berge. Wie sein nördlicher Nachbar Gombe Stream bietet auch der Mahale-Nationalpark einem Teil der letzten frei lebenden Schimpansen Afrikas ein Refugium. Rund 800 dieser Tiere leben hier; sie sind dank einem seit den sechziger Jahren laufenden japanischen Forschungsprojekt an menschliche Besucher und Besucherinnen gewöhnt. Das Aufspüren der Mahale-Schimpansen ist ein magisches Erlebnis. Die Führer erspähen die Behausungen der vergangenen Nacht: schattige Klumpen hoch oben in einer Galerie himmelwärts drängender Bäume. Herumliegende halbgefressene Früchte und frischer Kot werden zu wertvollen Hinweisen und führen tiefer in den Wald. Schmetterlinge huschen durch das fleckige Licht der Sonne. Und plötzlich findet man sich mitten unter den Schimpansen: in Gruppen eng zusammenhockend, säubern sich die Tiere gegenseitig das glänzende Fell, andere streiten sich laut, während wieder andere mühelos in die Bäume klettern, wo sie sich läßig von Liane zu Liane schwingen. Das Gebiet ist auch unter dem Namen Nkungwe bekannt, dem heiligen Berg des Tongwe-Volkes. Mit seinen 2’460 m ist er der höchste und auffallendste der sechs Gipfel des Parks, die zusammen die Mahale-Kette bilden. Zwar sind die Schimpansen Mahles Hauptattraktion, an den Berghängen leben aber weitere interessante Dschungeltiere, so leicht zu beobachtende Rote Colobus-Affen, Rotschwanzmeerkatzen und Diademmeerkatzen sowie ein Kaleidoskop von Waldvögeln. Sie können dem alten Pilgerpfad des Tongwe-Volkes zu den Berggeistern folgen. Durch den Berg-Regenwald-Gürtel, wo eine nur hier vorkommende Art des Angola-Colobus-Affen lebt, wandern Sie auf grasbewachsene Höhen, wo verbreitet Gebirgsbambus wächst. Später baden Sie im traumhaft klaren Wasser des längsten, zweittiefsten und am wenigsten verschmutzten Süßwassersees der Welt, in dem schätzungsweise 1’000 Fischarten leben. Schließlich reisen Sie so zurück, wie Sie gekommen sind, per Boot.

Manyara-See-Nationalpark

Der sich über eine Länge von 50 km am Fuße des 600 m hohen rost-goldenen Rift-Valley-Abhangs hinziehende Manyara-See ist ein landschaftliches Juwel, das von Ernest Hemingway als „das Schönste, was ich je in Afrika gesehen habe“ gepriesen wurde. Auf kleinem Raum bietet die Tierbeobachtungs-Rundfahrt durch den Manyara-Park alles, was man auf Safari in Tansania erleben kann. Hinter dem Eingangstor windet sich die Straße durch einen Abschnitt üppigen dschungelähnlichen Grundwasserwalds, wo Hundertschaften von Pavianen nonchalant am Straßenrand faulenzen, Diademmeerkatzen flink durch die uralten Mahagonibäume turnen, zierliche Buschböcke vorsichtig aus dem Schatten treten und seltsam große Wald-Nashornvögel im hohen Blätterdach laut und misstönend rufen. Einen Kontrast zur Intimität des Waldes bildet die grasbewachsene Schwemmebene, von der man über den alkalihaltigen See weit nach Osten sieht zu den zerklüfteten blauen Vulkangipfeln, die sich aus den endlosen Massai-Steppen erheben. Große Büffel-, Gnu- und Zebraherden versammeln sich auf diesen grünen Ebenen. Dort finden sich auch viele Giraffen, manche von ihnen farblich so dunkel, dass sie aus der Distanz schwarz erscheinen. Der schmale Gürtel Akazienwald im Innern der Schwemmebene ist der bevorzugte Aufenthaltsort der legendären Bäume erkletternden Löwen und der Elefanten mit ihren eindrücklichen Stoßzähnen. Scharen von Zebramangusten flitzen zwischen den Akazien hin und her, während die winzigen Kirk-Dikdiks im Schatten der Bäume nach Nahrung suchen. Oft sieht man die Silhouetten von Klippspringer-Paaren auf den Felsen über einem Feld von Heißwasserquellen, die am Rand des südlichen Seeufers dampfen und blubbern. In Manyara lernt man Tansanias Vogelwelt auf ideale Art und Weise kennen. Über 400 Arten hat man bisher verzeichnet, und sogar wer Afrika zum ersten Mal besucht, darf damit rechnen, ungefähr 100 dieser Arten während eines einzigen Tages beobachten zu können. Zu den Höhepunkten gehören die Tausende rosafarbener Flamingos auf ihrer ständigen Wanderschaft sowie andere große Wasservögel wie Pelikane, Kormorane und Störche.

Mikumi-Nationalpark

Noch verhüllen dichte Dunstschwaden den anbrechenden Morgen. Doch schon tauchen die ersten Sonnenstrahlen das Meer flauschiger, sich im Morgenwind kräuselnder Grasspitzen in einen rotbraunen Schein. Eine Herde Zebras, die zu dieser Beutestunde auf die Tarnwirkung ihrer Streifen vertraut, posiert wie eine Gruppe Ballerinas, die Köpfe ausgerichtet, die Streifen in fließender Bewegung ineinander übergehend. Der Mikumi-Nationalpark lehnt sich an die nördliche Grenze von Afrikas größtem Wildreservat, dem Selous. Er wird von der asphaltierten Daressalam-Iringa-Straße durchschnitten und ist deswegen der zugänglichste Teil einer 75’000 Quadratkilometer großen Wildnis, die sich nach Osten fast bis zum Indischen Ozean erstreckt. Das beliebte Herzstück des Parks, die Mkata-Schwemmebene mit ihrem offenen Horizont und der reichen Tierwelt, wird oft mit den berühmteren Ebenen der Serengeti verglichen. Auf den abgeflachten Spitzen von Termitenhügeln und während der Regenzeit zuweilen auch hoch oben in den Bäumen liegen Löwen und überwachen ihr grasbewachsenes Reich und die es durchziehenden Zebra-, Gnu-, Impala- und Büffelherden. In den vereinzelten schattigen Akazien-Beständen entlang des Mkata-Flusses, wo sich auch Mikumis Elefanten gerne aufhalten, sind Giraffen auf Futtersuche. Nicht zuletzt dank dem guten Wegnetz ist die Mkata-Schwemmebene vielleicht der verlässlichste Ort in Tansania, wenn man die mächtige Elenantilope, die größte Antilopenart der Welt, beobachten möchte. Die nicht weniger eindrücklichen Großer Kudu und Rappenantilope suchen die Miombowald-bedeckten Ausläufer der Berge heim, die sich an den Parkgrenzen erheben. Mehr als 400 Vogelarten sind auf dem Gebiet des Parks verzeichnet worden, unter ihnen solch farbige Bewohner wie die Grünscheitelracke, der Gelbkehlpieper und der Gaukler. Während der Regenzeit gesellen sich Scharen von europäischen Zugvögeln zu ihnen. Hauptattraktion der zwei Wasserstellen 5 km nördlich des Park-Haupteingangs sind die Flusspferde, die dort in Gesellschaft ständig wechselnder Wasservogelpopulationen leben.

Mkomazi-Nationalpark

Hier erlebt man das Spitzmaulnashorn und Wildhund noch in freier Wildbahn. Mkomazi liegt östlich der Pare Mountains am Rand eines mitteltrockenen Savannenstreifens, der sich in Kenias angrenzenden Nationalpark Tsavo East erstreckt. Jeden Tag passieren tausende Menschen seine Tore in Same Town an einer von Tansanias verkehrsreichsten Fernstraßen. Nur wenige jedoch wissen, welche unberührte, von Akazien bedeckte Schönheit neben den Usambara und Pare Gebirgen und, in der Ferne, dem Kilimandscharo wartet. Das Spitzmaulnashorn und der Wildhund, beides gefährdete Spezies, haben eine Zuflucht in diesem Wildreservat gefunden, das zusammen mit dem angrenzenden Reservat Umba zu einem Nationalpark werden soll, um diese und andere Arten besser schützen zu können. Das Nashornschutzgebiet innerhalb des Parks hat internationale Bekanntheit für die Rehabilitation des Nashorns erlangt und bietet für Besucher unzählige Möglichkeiten, die Tiere zu beobachten und mehr über sie zu erfahren. Auch Herden der langhalsigen Gerenuks mit ihren bizarren, an Aliens erinnernden Köpfen überleben im Gegensatz zu anderen Antilopenarten in Mkomazis trockenem Gebiet; Gerenuks stellen sich sogar auf die Hinterbeine, um sich nach kleinen Blättern auf dornigen Büschen und Bäumen zu strecken. Der Name des Parks stammt vom Wort des Pare-Stammes für “Wasserquelle” und bezieht sich auf den Umba, der entlang Mkomazis südöstlicher Grenze fließt. Durch den Fluss und andere Wasserstellen wimmelt es im Park von kleinen und großen Säugetieren wie Schabrackenschakalen, Löwen, Geparden, Leoparden, Kleinen Kudus, Giraffen, Büffeln, Elefanten und Zebras. Vogelbeobachter können sich daran erfreuen, Ausschau nach einer der rund 450 Vogelarten von Mkomazis Ausschau zu halten, deren Bandbreite vom Baumhopf bis zum Savannenadler und vom Papagei bis zum Eisvogel reicht. Als Nationalpark wird Mkomazi zu einem prächtigen Wildschutzgebiet werden, in dem Gäste die verborgenen Schätze von Tansanias Natur entdecken können.

Ngorongoro Krater

Vor drei Millionen Jahren, als unsere ersten Vorfahren diese Gegend besiedelten, erhob sich der Vulkan des Ngorongoro auf gleicher Hoehe mit dem Kilimanjaro - doch dann stürzte sein Kegel durch die geologischen Bewegungen des Grabenbruchs ein und hinterließ eine sagenhafte Kaldera mit einem Durchmesser von 19 km, dem heutigen Ngorongoro Krater.
Das Gebiet wird heute als das achte Weltwunder bezeichnet. Das gesamte Schutzgebiet umfasst eine Fläche von 8300 Quadratkilometern und ist einmalig mit seinen weiten Landschaften, Tierreichtum, Kulturen und archäologischen Schätzen. Doktor Bernhard Grzimek und seinen Sohn führte 1959 zur Entstehung des Ngorongoro-Naturschutzgebietes. Das von der Ngorongoro Conservation Area Authority durchgeführte Projekt hatte Pioniercharakter: Weidewirtschaft, Naturschutz und Tourismus sollten nebeneinander bestehen können.

Geologie und Frühgeschichte
Zwei große geologische Nebengräben des Grabenbruchs durchziehen die Region, die während der letzten vier Millionen Jahre neun Vulkane im Ngorongoro-Hochland entstehen liessen. Einer von ihnen, der Oldonyo Lengai (Berg Gottes) ist immer noch aktiv. Über Jahrtausende wurden die durch die Eruptionen aufgeschleuderten Asche- und Staubwolken in die Serengeti getragen, deren Ebenen auf diese Weise fruchtbar wurden.
Der Ngorongoro Krater stürzte in den letzten Jahrmillionen ein, und bildete eine Kaldera.
Die frühesten Hinweise auf Menschen im Gebiet des Ngorongoro finden sich bei Laetoli, wo menschliche Fußabdrücke in 3,6 Millionen Jahre altem Vulkangestein erhaften sind. Weiter nördlich Ist man in der Olduvai-Schlucht auf viele Überreste von Hominiden und Tieren gestoßen.

Der Krater und seine Tierwelt
Der größte nicht überflutete Kraterkessel (Kaldera) der Welt hat einen Durchmesser von 19 Kilometern, eine Fläche von 3000 Quadratkilometern und ist 600 Meter tief. Die üppigen Weidegründe und das stets vorhandene Grundwasser des Kraterbodens ernähren eine große Zahl von den Tieren; bis zu 25000 Säugetiere, vorwiegend Grasfresser, halten sich gleichzeitig im Krater auf. Zu ihnen gehören Gnus, Elenantilopen, Kongoni (Kuhantilopen), Zebras, Gazellen, Büffel und Warzenschweine. Die Moore und Wälder ernähren Flusspferde, Elefanten, Paviane, Wasserböcke, Riedbocke und Buschböcke, und grüne Meerkatzen. Die steilen Kraterhänge bieten dem Dikdik, einer Zwergantilope, und dem seltenen Bergriedbock Schutz. Auf dem Kraterboden gibt es viele Schakale, und Wildhunde fühlen sich auf den grasbewachsenen Ebenen wohl. Raubkatzen - Löwen, Geparde, Leoparden, und Servale - finden reiche Beute. Desweiteren durchstreifen große Hyänen-Rudel den Krater, jagen oder machen sich über die Beute anderer Raubtiere her. Der Krater ist ein dynamisches, sich ständig veränderndes Ökosystem; die Zahl und Zusammensetzung mancher Tierarten war während der vergangenen 30 Jahren von starken Schwankungen geprägt. Da ständig Wasser vorhanden ist, unterliegt der Park kaum einer Migration.

Vögel beobachten
Die Mischung aus Wald, Grasebenen, Schluchten, Seen und Mooren bietet einer Vielzahl an Vogelarten Lebensraum. Während der Regenmonate und an den Wasserlöchern kann man eurasische Zugvögel antreffen. Weißstörche, Schwalben und gelbe Bachstelzen mischen sich unter einheimische Vögel wie Stelzenläufer, Ibisse, Afrika-Sattelstörche, Kampfläufer und verschiedene Entenarten. Zwergflamingos halten sich in dem Natron-See auf. Auffallende Graslandvögel - Strauße, Riesentrappen und Kronenkraniche - treten in großer Zahl auf.

Klima des Ngorongoro Krater
Ngorongoro Safari Lodges liegen an der Kante der Ngorongoro Wände auf einer Hoehe von 2235 Metern. Es kann vor allem nachts sehr frisch werden, in den frühen Morgenstunden sind Temperaturen unter 0 Grad keine Seltenheit, aber während des Tages wird es auch heiß in dem Krater. Die Regenzeit beginnt hier offiziell im April, es kann aber schon von November öfters regnen. Der Regen beginnt normalerweise mit stürmischen Regengüssen in den Nachmittagen und Abenden, danach hat man aber eine gute Sicht. Trocken ist es zwischen Juli und November, das ist auch die beste Zeit, um den Krater und die Umgebung zu besichtigen.

Ruaha-Nationalpark

Die Safari beginnt, als unsere Maschine aufsetzt. Eine Giraffe prescht dem Landestreifen entlang, ganz Hals und Beine, ungelenkig erscheinend, und doch seltsam elegant. In ihrem Gefolge überquert ein Trupp Zebras in geordneter Reihe die Landebahn. Etwas weiter weg haben einige der 10’000 Elefanten Ruahas, der größten Elefantenpopulation aller ostafrikanischen Nationalparks, im Schatten eines dicken Affenbrotbaumes schützend ihre Jungen in die Mitte genommen. Zwar ist die Wildnis des Katavi-Nationalparks noch unberührter, dafür ist der Ruaha-Nationalpark viel zugänglicher. Er schützt ein großes Gebiet unwegsamen, halbtrockenen Buschlands, das typisch ist für Zentral-Tansania. Seine Lebensader ist der Great-Ruaha-Fluss, der sich während des Höhepunkts der Regenzeit seinen flutengewaltigen Weg entlang des östlichen Parkrands bahnt, der danach aber schwindet, bis nur noch kostbare verstreute Wasserlöcher übrig sind, die von blendenden Flächen aus Sand und Fels umgeben sind. Entlang des Great Ruaha und seiner saisonalen Zuflüsse gibt es ein gutes Netz von Tierbeobachtungswegen. Während der Trockenzeit riskieren dort Impalas, Wasserböcke und andere Antilopen ihr Leben für einen Schluck kraftspendenden Wassers. Die Bedrohung kommt nicht nur von den 20 und mehr Tieren umfassenden Löwenrudeln, welche die Savanne beherrschen, sondern auch von durchs offene Grasland schleichenden Geparden und den in dichten Flussdickichten lauernden Leoparden. Die eindrückliche Ansammlung von großen Raubtieren wird noch verstärkt durch Streifen- und Tüpfelhyänen sowie durch mehrere auffallende Rudel des von der Ausrottung bedrohten Afrikanischen Wildhundes. Ruaha verdankt seine erstaunliche Vielfalt an Antilopen seiner Lage in der Übergangszone zwischen ostafrikanischer Akazien-Savanne und dem Miombo-wald-Gürtel des südlichen Afrikas. Die Grantgazelle und der Kleine Kudu haben im Park ihr südlichstes Verbreitungsgebiet, die Rappen- und die Pferdeantilope sowie der hier in einer der größten Populationen Ostafrikas lebende, das Emblem des Parks bildende Große Kudu, bei dem das Männchen durch seine herrlichen korkenzieherförmigen Hörner besonders auffällt, sind hingegen typische Bewohner von Miombowäldern. Eine ähnliche Dualität erkennt man in der Liste der 450 hier vertretenen Vogelarten: Neben den typischen zentraltansanischen Arten, wie dem Schwarzköpfchen und dem Grauglanzstar, lebt hier zum Beispiel der Haubenbartvogel – ein reizvoller gelb-schwarzer Vogel, dessen anhaltendes Trillern ein typischer Klang des südlichen Busches ist.

Rubondo-Insel-Nationalpark

Ein Fischadlerpaar bewacht die sanfte Bucht, das auffallende Muster ihres schwarz-weiß-kastanienbraunen Federkleids glänzt kräftig in der Morgensonne. Plötzlich werfen sie gleichzeitig ihre Köpfe zurück und ein Schrei durchdringt die Luft. Auf der Sandbank darunter schrickt ein riesiges, wohl genährtes Krokodil aus seinem Schlummer, stürmt durchs trockene Unterholz und kracht vor dem Boot ins Wasser. Einen Moment später sehen wir nur noch sein wachsames Augenpaar, das drohend unseren Bewegungen folgt.
Die Insel Rubondo liegt in der südwestlichen Ecke des sich zwischen Tansania, Uganda und Kenia ausbreitenden Victoriasees, des zweitgrößten Sees der Welt. Rubondo und die zu ihr gehörenden neun kleineren Inseln schützen kostbare Fischlaichgründe. Wohlschmeckende Tilapia sind die Hauptnahrung der gelb-fleckigen Otter, die in den felsigen Buchten der Insel herumjagen, während der räuberische Nilbarsch, der über 100 kg wiegen kann, eine lockende Herausforderung für weltrekordverdächtige Fänge suchende Sportangler ist. Aber Rubondo ist mehr als nur ein Wasserwunderland. Einsame Sandstrände schmiegen sich an unberührte Wälder, in denen der gefleckte Buschbock sich flink und leise einen Weg sucht durch das Labyrinth aus Tamarinden, wilden Palmen und pfahlwurzelumrankten Wildfeigenbäumen. Die zottelige, am Wasser lebende Sitatunga, andernorts die scheueste aller Antilopen, kann hier bemerkenswert einfach beobachtet werden, nicht nur in ihrem typischen Lebensraum, den Papyrussümpfen, sondern auch im Inneren des Waldes. Vögel sind allgegenwärtig. Schwärme von Afrikanischen Graupapageien, die auf der Insel ausgesetzt wurden, nachdem man sie bei illegalen Exporteuren beschlagnahmt hatte, veranstalten ein komisch unharmonisches Gekreisch, während sie wild zwischen den Bäumen hin und her flattern. Das strahlende Himmelblau eines tief im Schilf sitzenden Zwerghaubenfischers misst sich mit dem schillernden wallenden Schwanz eines Paradiesschnäppers, der durch den Wald am Seeufer schießt. Reiher, Störche und Löffler brüten zahlreich in den sumpfigen Uferzonen. Zu ihnen gesellen sich jedes Jahr Tausende von eurasischen Zugvögeln. Im Wald, aus dem ein geheimnisvolles Bankett von Düften strömt, wachsen wilder Jasmin und 40 verschiedene Orchideenarten. Neunzig Prozent des Parks sind Feuchtwald, sonst findet man vor allem offenes Grasland und am See gelegene Papyruswäldchen. Einheimische Säugetiere - Flusspferde, Grüne Meerkatzen, Ginsterkatzen und Mangusten - teilen ihren geschützten Lebensraum mit angesiedelten Arten wie Schimpansen, schwarzweißen Colobus-Affen, Elefanten und Giraffen, die alle aus Rubondos Abgeschiedenheit Nutzen ziehen.

Saadani-Nationalpark

Palmen wiegen sich in der kühlenden Brise des Ozeans. Weißer Sand und blaues Wasser glitzern zauberhaft unter der tropischen Sonne. Traditionelle Dhows segeln langsam vorbei, angetrieben durch ihre sich im Wind blähenden Segel, während Swahili-Fischer vor einem wunderbar roten Sonnenaufgang ihre Netze auswerfen.
Saadani ist, wo Strand und Busch aufeinander treffen. Als einziges Naturschutzgebiet Ostafrikas stößt es an den Indischen Ozean und rühmt sich aller Attribute, welche die tansanische Küstenlinie und deren Inseln bei europäischen Sonnenanbetern so beliebt machen. Doch Saadani ist auch der Ort, wo diese gemütlichen Stunden des Sonnenbadens durch einen gemächlich vorbeiziehenden Elefanten unterbrochen werden oder durch einen Löwen, der seinen Durst an einem nahen Wasserloch stillen kommt! Während Saadani bereits seit den sechziger Jahren als Tierreservat unter Schutz gestanden hatte, wurde es erst 2002 zum Nationalpark erklärt, als es eine Ausdehnung auf über das Doppelte seines früheren Gebietes erfuhr. Bis Ende der neunziger Jahr hatte das Reservat sehr unter der Wilderei gelitten, die letzten Jahre haben nun aber eine entscheidende Wende gebracht dank eines konzertierten Schlages gegen die Wilderer, der darin besteht, die angrenzenden Dörfer in das Naturschutzprojekt zu integrieren. Heute kann man auf Tierbeobachtungsfahrt und auf Wanderungen eine überraschende Vielfalt von Grasfressern und Primaten sehen, unter ihnen Giraffen, Büffel, Warzenschweine, Wasserböcke, Riedböcke, Kuhantilopen, Gnus, Rotducker, Große Kudus, Elenantilopen, Rappenantilopen, Gelbe Babuine und Grüne Meerkatzen. Immer häufiger begegnet man Herden von bis zu 30 Elefanten, ferner leben hier verschiedene Löwenrudel, dazu Leoparden, Tüpfelhyänen und Schabrackenschakale. Auf Bootsausflügen auf dem Mangroven-gesäumten Wami-Fluss ist die Wahrscheinlichkeit groß, Flusspferde, Krokodile und eine Auswahl von Meeres- und Flussvögeln zu sehen, unter ihnen den Mangroven-Eisvogel und den Kleinen Flamingo, während die Strände eine der letzten großen Brutstätten auf Tansanias Festland für brütende Suppenschildkröten sind.

Serengeti-Nationalpark

Eine Million Gnus – alle sind sie vom selben uralten Rhythmus des unerbittlichen Lebenskreislaufes getrieben: drei Wochen wilde Gebietskämpfe und stürmische Paarung; das Überleben der Stärkeren, wenn sich 40 km lange Züge auf dem alljährlichen Exodus nach Norden durch Gewässer drängen, wo die Krokodile lauern; schließlich der nur kurze Zeit dauernde Wiederaufbau der Spezies durch die mehr als 8’000 täglich geborenen Kälber, bevor die 1’000 km lange Pilgerschaft erneut beginnt.
Tansanias ältester und beliebtester Nationalpark, die Serengeti, ist berühmt für die sich jährlich wiederholende Wanderungszeit, wenn sechs Millionen Hufe über die offenen Ebenen stampfen, wenn mehr als 200’000 Zebras und 300’000 Thomsongazellen sich dem Zug der Gnus nach frischen Weidegründen anschließen. Doch sogar wenn keine Wanderung stattfindet, bietet die Serengeti zweifellos das eindrücklichsten Tierschauspiel Afrikas: große Büffelherden, kleinere Gruppen von Elefanten und Giraffen sowie Tausende und Abertausende von Elenantilopen, Topis, Kuhantilopen, Impalas und Grantgazellen. Ein allgegenwärtiges Erlebnis in Tansanias größtem Nationalpark ist der Kampf auf Leben und Tod zwischen Raubtier und Beutetier. Goldmähnige Löwenrudel machen dank der Fülle von Grasfressern reiche Beute. Einsame Leoparden suchen den Akazienbaum-gesäumten Seronera-Fluss heim, während viele Geparden die südöstlichen Ebenen durchstreifen. An kaum einem anderen Ort Afrikas kommen alle drei afrikanischen Schakalarten wie hier zusammen vor. Und dann gibt es auch noch die Tüpfelhyäne und eine Vielzahl scheuer kleinerer Raubtiere, vom insektenfressenden Erdwolf bis zum wunderschönen Serval. Die Serengeti wird aber nicht nur von großen und größeren Säugetieren bewohnt. Grellfarbige Siedleragamen und Klippschliefer huschen über die vereinzelten Granit-Kopjes. Gut 100 Arten von Pillendreher-Käfern sind bisher verzeichnet worden, dazu mehr als 500 Vogelarten, die vom imposanten Strauß über den bizarren Sekretärsvogel des offenen Graslands bis hin zu den Kaffernadlern reichen, die scheinbar ohne Anstrengung über den Lobo-Hügeln kreisen. So gewaltig wie das Tierschauspiel ist das befreiende Erlebnis von Raum, das für die Serengeti-Ebenen kennzeichnend ist, die sich über sonnenverbrannte Savannen zum schimmernden goldenen Horizont am Ende der Erde erstrecken. Die Regenzeit verwandelt diese goldene Fläche in einen endlos grünen, von Wildblumen übersäten Teppich. Neben den Ebenen gibt es auch bewaldete Hügel, turmhohe Termitenhügel sowie mit Feigenbäumen und orange-verstaubten Akazienwäldern gesäumte Flüsse. Mag die Serengeti auch noch so beliebt sein, sie ist so riesig, dass Sie womöglich der einzige menschliche Zuschauer sind, der miterlebt, wie ein Löwenrudel seine nächste Mahlzeit einzukreisen beginnt.

Tarangire-Nationalpark

Tag für Tag ein wolkenloser Himmel. Die brennende Sonne saugt auch die letzte Feuchtigkeit aus der Landschaft, backt die Erde zu einem staubigen Rot, das vertrocknete Gras ist brüchig wie Stroh. Der Tarangire ist nur noch ein Schatten seiner selbst, des mächtigen Flusses der Regenzeit. Und doch zieht er Massen von Tieren an. Durstige Nomaden haben Hunderte ausgedorrter Kilometer zurückgelegt im Wissen, dass es hier immer Wasser gibt.
Herden von bis zu 300 Elefanten scharren im trockenen Flussbett nach Wasseradern, während wandernde Gnus, Zebras, Büffel, Gazellen, Kuh- und Elenantilopen sich an den schwindenden Wasserlöchern drängen. Es ist die größte Konzentration wild lebender Tiere außerhalb des Serengeti-Ökosysstems – ein gedeckter Tisch für Raubtiere – und der Ort in Tansania, wo man Festland-Antilopen wie den stattlichen Büschelohr-Spießbock und die eigenartige Giraffengazelle regelmäßig beobachten kann. Während der Regenzeit verteilen sich die Tiere des Tarangire über ein Gebiet von 20´000 Quadratkilometern, bis sie die grünen Ebenen kahl gefressen haben und der Fluss erneut ruft. Im Gegensatz zu den anderen Tieren des Parks sind die Elefantenherden auch während der Regenzeit leicht zu finden. Die stets grünen Sümpfe ziehen 550 Vogelarten an: nirgends sonst auf der Welt brüten in einem Gebiet mehr Arten. Auf trockenerem Grund findet man die Riesentrappe, den Schwergewichtler unter den fliegenden Vögeln, ferner den Massai-Strauß, den größten Vogel der Welt, schließlich kleine Gruppen von wie Truthähne schreienden Nashornvögeln. Ganz besonders interessierte Vogelliebhaber halten vielleicht Ausschau nach kreischenden Schwärmen von farbenprächtigen Schwarzköpfchen und nach dem farblich etwas matteren Rotschwanzweber und dem Grauglanzstar – Vögeln, die nur in den trockenen Savannen Nordzentraltansanias vorkommen. Verlassene Termitenhügel werden häufig von Kolonien liebenswürdiger Zwergmangusten aufgesucht und von Flammenkopfbartvögel-Paaren, welche die Aufmerksamkeit wegen ihrer lauten uhrwerkartigen Duette auf sich ziehen Die Pythons des Tarangire erklettern Bäume, das tun auch die Löwen und Leoparden im Park. Die Katzen liegen faul im Geäst, wo die Früchte des Leberwurstbaumes das Zucken ihrer Schwanzspitzen tarnen.

Udzungwa-Mountain-Nationalpark

Düster und urzeitlich – die Udzungwa-Wälder wirken wie verzaubert: ein grünes Refugium sonnenbefleckter Lichtungen, die von 30 Meter hohen Bäumen umschlossen sind, deren Schrunden von Pilzen, Flechten, Moosen und Farnen überwuchert sind. Udzungwa ist das größte und biologisch vielfältigste einer Kette von einem Dutzend großer bewaldeter Gebirge, die sich majestätisch aus dem flachen Küstenbuschwerk Osttansanias erheben. Zusammen bilden sie die Eastern Arc Mountains. Man nennt diesen Archipel isolierter Gebirge aber auch Afrikas Galapagos wegen seines Schatzes an endemischen, das heißt nur hier vorkommenden Pflanzen und Tieren, allen voran das zarte Afrikanische Veilchen. Von den uralten Gebirgszügen des Eastern Arc hat nur Udzungwa den Status eines Nationalparks erhalten. Für Tansania einzigartig ist, dass sich das lückenlose Blätterdach seines Waldes von einer Meereshöhe von 250 m auf über 2’000 m hochzieht. Zwar ist Udzungwa ist nicht das typische Ziel für Tiersafaris, dafür ist der Nationalpark ein Anziehungspunkt für Wanderer. Ein ausgezeichnetes Netz von Waldwegen ermöglicht zum Beispiel die beliebte Halbtageswanderung zum Sanje-Wasserfall, der sich 170 Meter tief durch dunstige Gischt in das darunter liegende bewaldete Tal stürzt. Der anspruchsvollere, zwei Übernachtungen nötig machende Mwanihana-Trail führt auf das Hochplateau, wo man einen Rundblick auf die Zuckerplantagen der Umgebung genießt, bevor man zum Mwanihana-Peak aufsteigt, dem zweithöchsten Punkt des Gebirges. Ornithologen zieht es wegen der mehr als 400 hier lebenden Vogelarten nach Udzungwa. Zu diesen zählen beispielsweise der wunderschöne und einfach zu findende Grünkopfpirol, aber auch mehr als ein Dutzend schwer aufzuspürender Arten, die in den Eastern Arcs heimisch sind. Vier Vogelarten kommen gar nur in Udzungwa vor, unter ihnen ein erst 1991 entdecktes Waldrebhuhn, das in Asien nähere Verwandte hat als in Afrika. Zwei der sechs hier lebenden Primaten-Arten, den Uhehe-Rotkopf-Guereza (Iringa red colobus) und den Sanje-Mangabe, gibt es nirgendwo sonst auf der Welt, wobei Letzterer erst 1979 durch Biologen entdeckt wurde. Zweifellos hat dieser große Wald noch nicht alle seine Schätze enthüllt: durch seine fortdauernde wissenschaftliche Erforschung wird der Katalog an hier heimischen Arten bestimmt noch wachsen.

 

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